NS-Szene | AIB 108 / 3.2015 | 16.12.2015

„Der III. Weg“

Ein Produkt der Krise des „Nationalen Widerstandes“?

Die Neonazi-Partei „Der III. Weg“ ersetzte nach einer Razzia gegen das „Freie Netz Süd“ (FNS) dessen Strukturen und etablierte sich bis zu dessen Verbot als unangefochtene Aktionsplattform in Bayern. Nun dehnt „Der III. Weg“ seinen Aktionsraum zusehends bundesweit aus. Der Artikel beleuchtet die Entstehungsgeschichte, alt bekannte Strippenzieher innerhalb der Führungsriege und die Ausbreitung, gemessen an Relevanz und Einflussnahme. 

von Johannes Hartl, Inforiot.de, Haskala.de und AIB

Die Neonazi-Partei „Der III. Weg“ ersetzte nach einer Razzia gegen das „Freie Netz Süd“ (FNS) dessen Strukturen und etablierte sich bis zu dessen Verbot als unangefochtene Aktionsplattform in Bayern. Nun dehnt „Der III. Weg“ seinen Aktionsraum zusehends bundesweit aus. 

Martin Wiese (mit Bart) und dessen politisches Umfeld sollte durch den V-Mann Didier Magnien bespitzelt werden. (Bild: attenzione-photo.com)
NS-Szene | AIB 74 / 1.2007 | 11.03.2007

Der V-Mann Didier Magnien

»Grosser Bumm mit 2.000 Toten«

Frankreich, 1987: Aus dem Umfeld der Polizeigewerkschaft FPIP wird unter Leitung von Hauptkommissar Serge Lacanu die »Parti nationaliste francais et européen« (PNFE) gebildet, der terroristischste Teil des französischen Neofaschismus. Vorsitzender der PNFE in der Region »Ile de France« wird der 1969 in Nantes geborene Didier Magnien. Weil man den »jüdischen und Dritte-Welt-Feind überall treffen« müsse, verüben Mitglieder der PNFE Bombenanschläge  auf ein vollbesetztes Cafe in Paris und auf die Büros einer MigrantInnenorganisation in Cannes und Cagnes-sur-mer. Dabei wird ein Mensch getötet, vierzehn werden verletzt. Im Mai 1990 wird duch Mitglieder der PNFE und der Charlemagne Hammerskins der jüdische Friedhof in Carpentras verwüstet und ein Leichnam geschändet. Nach Deutschland unterhalten die französischen Neonazis gute Kontakte. Abgesandte der PNFE beteiligen sich 1992 am Rudolf-Heß-Marsch in Rudolstadt, und die PNFE-Zentrale bei Paris taucht in Michael Kühnens Adressbuch auf.

Von Robert Andreasch

Didier Magnien: Ein Neonazi aus Frankreich agierte in Bayern als Spitzel für den Verfassungsschutz.

Alexander Maetzing überraschte das Gericht mit einem Teilgeständnis.
NS-Szene | AIB 66 / 2.2005 | 15.04.2005

Terrorpläne vor Gericht

Er sei »nationaler Sozialist« und Antizionist, aber kein Antisemit, wollte Martin Wiese vor dem Bayrischen Obersten Landgericht klargestellt haben. Und schob, von den Prozessbeteiligten unwidersprochen, eine kaum verholene Holocaustleugnung nach: »Der Holocaust, wie es genau gewesen ist, kann ich nicht beurteilen, ich war nicht dabei«. 

Er sei »nationaler Sozialist« und Antizionist, aber kein Antisemit, wollte Martin Wiese vor dem Bayrischen Obersten Landgericht klargestellt haben. Und schob, von den Prozessbeteiligten unwidersprochen, eine kaum verholene Holocaustleugnung nach: »Der Holocaust, wie es genau gewesen ist, kann ich nicht beurteilen, ich war nicht dabei«. 

Norman Kempken (Bildmitte) bei einem Neonazi-Aufmarsch in Fürth. (Bild: linksunten.indymedia.org//CC BY-NC-SA 2.0)
NS-Szene | AIB 62 / 1.2004 | 10.03.2004

»Einblick«-Macher Kempken klagt

Antifaschistische Publikationen werden momentan häufiger Ziele des »Rechtskampfes« organisierter Neonazis. So versucht momentan auch der als einer der Verantwortlichen der Anti-Antifa Broschüre »Der Einblick« bekannt gewordene Norman Kempken eine Bildbericht­erstattung über seine Person gerichtlich zu untersagen. 

Antifaschistische Publikationen werden Ziele des »Rechtskampfes« organisierter Neonazis. So versucht auch Norman Kempken eine Bildbericht­erstattung über seine Person gerichtlich zu untersagen.

(Bild: linksunten.indymedia.org//CC BY-NC-SA 2.0)

Roland Wuttke von "Demokratie Direkt" fordert: Keine Kontaktallergien gegenüber Gleichgesinnten!
NS-Szene | AIB 61 / 3.2003 | 16.12.2003

»Keine Kontaktallergien«

»Keine Berührungsängste, keine Kontaktallergien gegenüber Gleichgesinnten!«. So eindeutig beschrieb Roland Wuttke im letzten Jahr sein politisches Credo »Bewegung statt Partei« im neonazistischen Coburger Strategieblatt »Nation & Europa« (N&E). Keine Berührungsängste hatte Wuttke auch bei Martin Wiese und der »Kameradschaft Süd«. Mit diesen arbeitetet er bereits seit mehreren Jahren zusammen, um rechtes Gedankengut unter die Bürger und Bürgerinnen der Stadt München zu bringen. Denn schon seit längerem waren die Mitglieder der »Kameradschaft Süd« unter den Augen der Öffentlichkeit und somit eigentlich auch des Verfassungsschutzes aktiv für »Demokratie direkt« (DD). 

Das bayerische extrem rechte Sammlungsprojekt »Demokratie Direkt e.V.« und die BombenbauerInnen der »Kameradschaft Süd«

»National Befreite Zone« in Form eines illegalen Neonazi-Jugendclubs in Berlin-Treptow
NS-Szene | AIB 61 / 3.2003 | 15.12.2003

Papier ist geduldig – Nazi-Konzepte im Rückblick

Um Gegenstrategien und -aktivitäten gegen die extreme Rechte punktgenau und wirkungsvoll ansetzen zu können, ist es wichtig, deren Vorgehen und Strategien zu kennen und einzuschätzen. Das regelmäßige Studieren der Papiere und Konzepte der extremen Rechten ist daher wichtig. Diese Quellen müssen jedoch bewertet, an den Möglichkeiten der Nazis gemessen und in die gesellschaftliche Realität eingepasst werden. So ist es zwar wichtig zu bemerken, wenn in der Szene vermehrt Werwolf-Konzepte veröffentlicht werden. Ob diese jedoch von der Szene umgesetzt werden können, muss hinterfragt werden.

Um Gegenstrategien und -aktivitäten gegen die extreme Rechte punktgenau und wirkungsvoll ansetzen zu können, ist es wichtig, deren Vorgehen und Strategien zu kennen und einzuschätzen. 

Uwe Meenen (rechts) löste den Szene Streit aus. Hier im Gespräch mit dem NPD-Chef Udo Voigt (links) im Oktober 2006 in Nürnberg. (Bild: attenzione-photo.com)
NS-Szene | AIB 58 / 4.2002 | 14.12.2002

Erneute Spaltung oder »heiße Luft«? Streit bei den »Freien Kameradschaften«

Mehrfach wurde in letzter Zeit in verschiedenen Medien über einen Streit zwischen dem Hamburger Neonazi Christian Worch und weiteren Neonazis und Organisationen berichtet. Mancherorts wurde wieder einmal über eine erneute Spaltung der Szene spekuliert. An dieser Stelle wollen wir kurz versuchen, die Fakten über diesen Streit zusammenzutragen und damit aufzeigen, dass es für derartige Spekulationen wenige Anhaltspunkte gibt. Momentan ist eine seriöse Einschätzung der Folgen kaum möglich, da die Dimension dieses Streits noch nicht absehbar ist.

Mehrfach wurde in letzter Zeit in verschiedenen Medien über einen Streit zwischen dem Neonazi Christian Worch und weiteren Neonazis und Organisationen berichtet. Mancherorts wurde wieder einmal über eine erneute Spaltung der Szene spekuliert.

NS-Szene | AIB 57 / 3.2002 | 20.10.2002

»Das sind ganz nette Jungs«. Mittelfranken – eine Bestandsaufnahme

Die Region Franken spielt seit Ende der achtziger Jahre bei der Entwicklung bzw. Umsetzung verschiedener rechtsextremer Strategien und Konzepte eine herausragende Rolle. Dominierende und Impulse gebende Kraft ist die NPD. Am Anfang dieser Entwicklung stand die Gründung des so genannten Deutschen Freundeskreis Franken (DFF) 1992 durch die JN-Kader Rainer Hatz und Jürgen Distler. Beteiligt waren alle wichtigen neonazistischen Organisationen in Nordbayern, von NPD/JN über die Deutsche Liga für Volk und Heimat bis hin zu den diversen GdnF-Gruppierungen.

Die Region Franken spielt seit Ende der achtziger Jahre bei der Umsetzung verschiedener rechtsextremer Strategien und Konzepte eine herausragende Rolle. Dominierende und impulsgebende Kraft ist die NPD. Am Anfang stand die Gründung des so genannten Deutschen Freundeskreis Franken (DFF) 1992 durch die JN-Kader Rainer Hatz und Jürgen Distler. Beteiligt waren alle wichtigen neonazistischen Organisationen in Nordbayern, von NPD/JN über die Deutsche Liga für Volk und Heimat bis hin zu den diversen GdnF-Gruppierungen.

Norman Kempken als Teilnehmer einer NPD-Demonstration am 3. Oktober 1996 in Bonn.
NS-Szene | AIB 37 / 5.1996 | 28.01.1997

Bewährungsstrafe für »Einblick"-Macher

Zur Jahreswende 1993/94 erscheint die Neonazi-Publikation "Der Einblick - Die nationalistische Widerstandszeitschrift gegen zunehmenden Rotfront- und Anarchoterror", in der die Namen von 151 (antifaschistischen) Personen veröffentlicht worden waren. Am 5. November 1996 ging ein Prozeß deswegen gegen den Neonazi Norman Kempken vor dem Darmstädter Landgericht in die zweite und vorläufig letzte Runde.
 

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