Repression | AIB 131 / 2.2021 | 06.09.2021

Ermittlungen gegen Antifaschist_innen in Sachsen

Ende Mai 2021 war es offiziell: Im „Fall Lina“ klagt die Bundesanwaltschaft vier Beschuldigte vor dem Oberlandesgericht Dresden an. In den Wochen zuvor wurden Medien aus der Springer-Verlagsgruppe und ein rechtes Magazin mit Ermittlungs-­Details unter anderem zu der vermeintlichen „kriminellen Vereinigung“ aus Leipzig gefüttert.

Polizeiliche Neonazi-Kumpanei, Verfolgungseifer und anonyme Quellen in Ermittlungen gegen Leipziger Antifaschist_innen.

Repression | AIB 130 / 1.2021 | 09.07.2021

Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen Leipziger Antifas

Im November 2020 wird in Leipzig die Antifaschistin Lina in Untersuchungshaft genommen. Staatsanwaltschaft, Polizei und Medien sind sich sicher: Sie soll ein Kopf der militanten Strukturen Leipzigs sein. Ihr wird vorgeworfen an Angriffen gegen Neonazis mitgewirkt zu haben, gegen sie und weitere Beschuldigte wurde ein Verfahren nach Paragraph 129 wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung eingeleitet.

Gastbeitrag von Antifaschist_innen aus Leipzig

Im November 2020 wird in Leipzig die Antifaschistin Lina in Untersuchungshaft genommen. Ihr wird vorgeworfen an Angriffen gegen Neonazis mitgewirkt zu haben, gegen sie und weitere Beschuldigte wurde ein Verfahren nach Paragraph 129 wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung eingeleitet.

Repression | AIB 129 / 4.2020 | 28.03.2021

„Freiheit für Lina“

Am 5. November 2020 wurde die Antifaschistin Lina von der Generalbundesanwaltschaft (GBA) und der Leipziger  „Soko  LinX“  inhaftiert. Ihr wird vorgeworfen Teil einer kriminellen Vereinigung (Paragraf 129 StGB) zu sein und Straftaten im Rahmen dieser Vereinigung begangen und geplant zu haben.

Solidaritätsgruppe für Lina (freiheitfuerlina.noblogs.org)

Am 5. November 2020 wurde die Antifaschistin Lina von der Generalbundesanwaltschaft (GBA) und der Leipziger  „Soko  LinX“  inhaftiert. Ihr wird vorgeworfen Teil einer kriminellen Vereinigung (Paragraf 129 StGB) zu sein und Straftaten im Rahmen dieser Vereinigung begangen und geplant zu haben.

Rechte Hooligans bei einer "Bürger-Demonstration" gegen Corona-Schutzmaßnahmen in Leipzig. (Foto: Presseservice Rathenow)
NS-Szene | AIB 129 / 4.2020 | 20.01.2021

"Querdenker" - Selbstermächtigung, Staatsversagen und Radikalisierung

Am 7. November 2020 fand in Leipzig mit mehreren zehntausend Teilnehmenden eine der größten Versammlungen der Corona-Leugner-Szene statt und wurde zum Höhepunkt der von "Querdenken" angestrebten „Selbstermächtigung“. Zugleich offenbarte sich eine zunehmende Radikalisierung der Proteste und ein Versagen sächsischer Behörden im Umgang damit.

Chronik.LE (Leipzig)

Am 7. November 2020 fand in Leipzig mit mehreren zehntausend Teilnehmenden eine der größten Versammlungen der Corona-Leugner-Szene statt und wurde zum Höhepunkt der von "Querdenken" angestrebten „Selbstermächtigung“.

Stolz und mit „Eisernem Kreuz“ auf der Brust präsentierte sich der mutmaßliche Wortführer Michael Volker S. Er pflegte enge Verbindungen zu sächsischen AfD-Abgeordneten – bis hin zum Vizepräsidenten des Landtags. (Bild: Screenshot/idas.noblogs.org
Braunzone | AIB 128 / 3.2020 | 21.11.2020

Burschenschafter rüsteten zum „Rassenkrieg“

Recherchen zeigen, wie sich Mitglieder der Leipziger Burschenschaft Germania in geheimen Chats auf einen „Tag X“ vorbereitet haben.

Martin Leonow

Recherchen zeigen, wie sich Mitglieder der Leipziger Burschenschaft Germania in geheimen Chats auf einen „Tag X“ vorbereitet haben.

(Bild: Screenshot/idas)

Der Neonazi Riccardo S. war einer der 215 festgesetzten Personen im Januar 2016 in Leipzig-Connewitz. Hier als Teilnehmer eines Neonazi-Aufmarschs am 18. August 2008 im thüringischen Altenburg.
NS-Szene | AIB 121 / 4.2018 | 23.03.2019

Connewitz-Prozesse ohne Opferperspektive

Als am Abend des 11. Januar 2016 rund 250 bewaffnete Neonazis und Hooligans durch den alternativen Stadtteil Connewitz in Leipzig zogen, hinterließen sie massiven Sachschaden. Nur durch Glück wurden dabei keine Menschen verletzt, so die öffentliche Darstellung. Dabei ist den Justizbehörden bekannt, dass dies nicht die ganze Wahrheit ist.

Aiko Kempen (kreuzer-leipzig.de)

Als am 11. Januar 2016 rund 250 bewaffnete Neonazis und Hooligans durch den alternativen Stadtteil Connewitz in Leipzig zogen, hinterließen sie massiven Sachschaden. Nur durch Glück wurden dabei keine Menschen verletzt, so die öffentliche Darstellung. Dabei ist den Justizbehörden bekannt, dass dies nicht die ganze Wahrheit ist.

Thomas Haller (rechts) und ein zeitweiliger Mitarbeiter der BRS am Rande einer antifaschistischen Demonstration in Chemnitz 2004.
NS-Szene | AIB 121 / 4.2018 | 08.03.2019

Verschobene Selbstwahrnehmung bei (rechten) Security Firmen?

Glaubt man der Selbstdarstellung vieler Sicherheitsfirmen, so haben diese nichts mit Neonazis am Hut. Durch überregionale Kontakte und einen Korps-Geist innerhalb der Firmen fällt es schwer, deren Geschäftsstrukturen zu durchblicken. Anhand des Leipziger Sicherheitsunternehmens „Black Rainbow Security – P.E.A.S. GmbH“ möchten wir dennoch den Versuch wagen, ein Netzwerk zu skizzieren, in dem auch (rechte) Hooligans und Personen aus der organisierten Neonazi-Szene maßgeblich mitwirken.    

Anhand eines Leipziger Sicherheitsunternehmens soll ein Netzwerk skizziert werden, in dem auch (rechte) Hooligans und Personen aus der organisierten Neonazi-Szene maßgeblich mitwirken.

Steffen Thüm im Sommer 1992. (Foto: thuemi.de)
Geschichte | AIB 121 / 4.2018 | 16.02.2019

Rückblick: Unser Freund „Thümi“ ist erschossen worden

Vor 25 Jahren berichteten wir in der AIB Ausgabe Nr. 21 über den Tod eines Freundes: „Thümi war aktiver Antifaschist und schon lange dabei. Er war einer der vielen, die im Herbst 1989 die DDR-Regierung stürzten und die dann mit ansehen mußten, wie das Land von neuen Herren übernommen wurde. Als im Frühjahr 1990 Leipziger Neonazis mit Hilfe aus dem Westen ihren Terror auf die Straße trugen, war Thümi meist mit dabei, sie in monatelangen Kämpfen wieder zurückzudrängen. Innerhalb der „Antifa Jugendfront“ und der „Edelweiß-Piraten“ arbeitete er mit an einer neuen antifaschistischen Jugendbewegung und dafür, daß Neonazis auch auf der kulturellen Ebene der Boden entzogen wurde. Er war mit dabei, wenn Angriffe auf Flüchtlinge oder besetzte Häuser abgewehrt werden mußten und auch, wenn dies in anderen Städten nötig war. Zu uns in Berlin hatte er enge Verbindungen. Es war für ihn selbstverständlich, daß er am 22. Dezember mit losging, als es hieß, die Leopoldstraße wird überfallen.“

Steffen „Thümi“ Thüm war im Leipziger Stadtteil Connewitz aktiv. Der Begriff des „Faschoalarms“ machte hier oft die Runde. Wenn ein Haus angegriffen wurde, eilten andere HausbesetzerInnen zur Verteidigung herbei. Als Thümi in der Dezembernacht 1992 helfen wollte, wurde er erschossen.

Riccardo Sturm 2018 bei einer Neonazi-Veranstaltung in Ostritz. (Foto: Recherche Nord)
NS-Szene | AIB 119 / 2.2018 | 19.10.2018

Leipzig: Prozess gegen Neonazi Riccardo Sturm

Der Leipziger Neonazi Riccardo Sturm geriet Ende Mai 2018 erneut in die Medien­öffentlichkeit. Er wurde zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt, weil er rund 100 Autowracks und anderen gefährlichen Müll auf seinem Grundstück auf einer Art Privat-Müllhalde ohne Geneh­migung verrotten ließ.

11. September 1992: In einem Krankenhaus von Zagreb berichtete der 29-jährige Deutsch-Franzose Nicolas aus Berlin, ihn habe eine Kugel getroffen als er im „offiziellen Einsatz der kroatischen Armee“ eine Artillerie-Stellung in einem bosnischen Dorf angriff. (Foto: Klaus Mehner)
NS-Szene | AIB 110 / 1.2016 | 04.07.2016

Spurensuche im rechten Söldner-Milieu

Das Aufleben der rechten Bewegung motiviert altbekannte Akteure der Neonaziszene wieder politisch aktiv zu werden. Starke Anziehungskraft scheinen vor allem die LEGIDA-Aufmärsche in Leipzig zu haben, die zum Tummelplatz der sächsischen Neonaziszene avanciert sind. Dort ließ sich am 14. September 2015 in vorderster Reihe auch der Geschäftsmann, ehemalige Funktionär der „Republikaner“ und früherer Reisender in Kriegs- und Krisenregionen Reinhard R. blicken. Lange war er öffentlich nicht politisch in Erscheinung getreten. Sein Auftritt überrascht: Reinhard R. versuchte in den vergangenen Jahren mehrfach durch Unterlassungsklagen seinen Namen aus der Berichterstattung über die Neonaziszene verschwinden zu lassen, auch aus früheren Artikeln des Antifaschistischen Infoblatt (AIB). Sein Wiederauftauchen an prominenter Stelle und seine wiederholten Klagen gegen antifaschistische Berichterstattung waren für uns Anlass auf Spurensuche in seinem rechten Netzwerk zu gehen. Reinhard R. selbst und zwei seiner Weggefährten, den Neonazis und mutmaßlichen Söldnern Hans-Jörg Schimanek und Nicolas Peucelle, wollen wir dabei besondere Aufmerksamkeit schenken.

Die alten Seilschaften des LEGIDA-Demonstranten Reinhard R.

(Foto: Klaus Mehner)

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