Der rechte „Druide“ Burghard B. stand im Verdacht eine „terroristische Vereinigung“ gebildet zu haben. (Bild: Screenshot von YouTube; Abendschau)
Braunzone | AIB 116 / 3.2017 | 30.12.2017

Terror-Verfahren gegen rechten Druiden eingestellt

Der Verdacht der „Bildung einer rechts­terroristischen Vereinigung“ gegen den selbst ernannten „Druiden“ Burghard B. ("Burgos von Buchonia") und fünf weitere Beschuldigte aus der extrem rechten Reichsbürger-Szene habe sich laut Generalbundesanwalt nicht bestätigt.

Der Verdacht der „Bildung einer rechts­terroristischen Vereinigung“ gegen Burghard B. und fünf weitere Beschuldigte aus der extrem rechten Reichsbürger-Szene habe sich laut Generalbundesanwalt nicht bestätigt.

(Bild: Screenshot YouTube)
 

Auch die "Reichsbürger" verbreiten Verschwörungs-Ideologie. Hier ein Transpartent aus diesem Milieu auf einer "Merkel muss weg"-Veranstaltung in Berlin. (Foto: Paul Hanewacker)
Gesellschaft | AIB 114 / 1.2017 | 17.04.2017

German Angst

(Selbst-)Opfer und nationaler Wahn

Die Pläne für einen Massenaustausch der Bevölkerung sind längst geschrieben“ verkündete Beatrix von Storch am 8. Mai 2016 auf Twitter.1 Mit der Vorstellung, es gäbe eine Verschwörung gegen das „deutsche Volk“, die das Ziel habe, dieses auszutauschen und somit zu vernichten, ist die AfD-Politikerin nicht alleine. Die Folgen sind drastisch. Denn in diesen Szenarien steht nicht einfach irgendetwas auf dem Spiel, sondern der Fortbestand des „deutschen Volkes“ mit „deutschen Familien“ und „deutschen Werten“. Die Konsequenzen einer solchen Wahrnehmung sind entsprechend weitreichend. Vor allem ist es dem Opfer einer unprovozierten Aggression nach Gesetz und Moral gestattet, sich entsprechend zu wehren. Ein Angriff legitimiert die Anwendung von Mitteln der Selbstverteidigung, die sich an der Qualität der Aggression des Angreifenden orientieren.

Florian Eisheuer

Die Rationalisierung von Aggressionen gegen Geflüchtete und Politiker_innen als „Widerstand“ hat Konjunktur. Das „Selbst“, das es hier zu verteidigen gilt, ist in der vorliegenden Konstellation allerdings kein individuelles mehr, sondern ein kollektives. Das wehrhafte Individuum handelt nicht aus dem eigenen, unmittelbaren Selbsterhaltungstrieb heraus, sondern der Überlebenskampf wird aufs Völkisch-Ethnische projiziert. Strategien nationaler Selbstviktimisierung wirken sich durch die Identifizierung als Opferkollektiv, in dem alle „im selben Boot sitzen“, nicht nur stabilisierend nach innen, sondern auch nach außen aus. Die Grenzen zu den Feinden des „deutschen Volkes“, die das entsprechende Vernichtungsprogramm planten, könnten klarer nicht definiert sein.

  • 1. Beatrix von Storch;‏ twitter.com; @Beatrix_vStorch; 4:12 AM - 8 May 2016
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