Der „Thor Steinar“-Laden in Prag
NS-Szene | AIB 109 / 4.2015 | 25.01.2016

„Thor Steinar“ mit Millionenumsatz

Vom Kleinunternehmen aus Brandenburg zum internationalen Firmennetz

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt expandiert die bei Neonazis wei­terhin beliebte Modemarke „Thor Steinar“ und erwirtschaftet sechsstellige Gewinne. In Deutschland gibt es derzeit in elf Städten eigene Geschäfte. Der in Ros­tock ansässige Laden „Haugesund“ musste bis Ende des Jahres 2015 ausziehen. „Haugesund“ und der kürzlich geschlossene Laden in Hannover wurden von der Thor-Steinar-Outlet-Firma „Skytec Outlets GmbH“ betrieben.

von Florian Osuch und Moritz Eluek

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt expandiert die bei Neonazis wei­terhin beliebte Modemarke „Thor Steinar“ und erwirtschaftet sechsstellige Gewinne. In Deutschland gibt es derzeit in elf Städten eigene Geschäfte. 

Foto: Andreas Potzlow
NS-Szene | AIB 98 / 1.2013 | 31.05.2013

»Thor Steinar«: Konfliktpotential als gerichtsbekannte Tatsache

Die juristischen Auseinandersetzungen um die Ladengeschäfte des in der rechten Szene beliebten Modelabels »Thor Steinar« haben Präzedenzcharakter. In Berlin wurde im Oktober 2012 der Räumungsklage gegen einen »Thor Steinar«-Laden im Stadtteil Friedrichshain von der Zivilkammer des Landgerichts stattgegeben, weil der Laden sich von »Tromsø« (norwegische Stadt) in »Thor Steinar« umbenannt hatte. Die »Verwendung von skandinavischen Orts- und Vornamen« war dem Mieter, der Skytec Outlet GmbH (Sitz in Mittenwalde), in einem gerichtlichen Vergleich mit dem Friedrichshainer Vermieter vor dem Berliner Kammergericht (12 U 5/11) im September 2011 untersagt worden.

Die juristischen Auseinandersetzungen um die Ladengeschäfte des in der rechten Szene beliebten Modelabels »Thor Steinar« haben Präzedenzcharakter.

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NS-Szene | AIB 81 / 4.2008 | 09.12.2008

Die juristische Auseinandersetzung um »Thor Steinar«. Ziel antifaschistischer Intervention?

»Kostenlose Werbung für Thor Steinar«, »staatsbejahendes, paternalistisches Obrigkeitsdenken«, »rassistische, antisemitische und neonazistische Einstellungen sind das Problem, nicht Thor Steinar« – so die Kritik der Kritik an der Modemarke »Thor Steinar« im Heft »Investigate Thor Steinar«. Diskussionen, ob und wie eine Auseinandersetzung mit der Modemarke stattzufinden hat, und ob überhaupt, gibt es viele. Wir beschreiben die juristische Auseinandersetzung um die »Thor-Steinar«-Filialen, um zu zeigen, dass antifaschistische und zivilgesellschaftliche Intervention in dieser Hinsicht durchaus erfolgreich sein kann; wohl wissend, dass mensch sich auf diesem »Erfolg« nicht ausruhen darf.

Gastbeitrag des Ladenschluss-Aktionsbündnis

Wir beschreiben die juristische Auseinandersetzung um die »Thor-Steinar«-Filialen, um zu zeigen, dass antifaschistische Intervention durchaus erfolgreich sein kann; wohl wissend, dass mensch sich auf diesem »Erfolg« nicht ausruhen darf.

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Die Marke "Erik and Sons" will "Thor Steinar" Konkurrenz machen. | Foto: Björn Kietzmann
NS-Szene | AIB 78 / 1.2008 | 19.03.2008

Thor Steinar: Das Imperium zerfällt

Mit nordischer Attitüde und der germanischen »Naudiz«-Rune tritt seit Sommer 2007 ein neues Modelabel namens ERIK & SONS in diversen Neonazi-Versänden auf. Auffallend ist das professionelle Marketing und die von Anfang an umfassende Vertriebsstruktur, die auch Versände im benachbarten Ausland einschließt. Die Markenrechte für »ERIK AND SONS«, »ERIK & SONS« und »ERIK & SONS VIKING BRAND« liegen seit der Anmeldung im November 2006 bei Dr. Petra Maier aus Senzig (Königs-Wusterhausen). Auch eigene ERIK & SONS-Webseiten wurden angemeldet, um diese Marke in Deutschland und Tschechien zu vertreiben. 

Mit nordischer Attitüde und der germanischen »Naudiz«-Rune tritt seit Sommer 2007 ein neues Modelabel namens ERIK & SONS in diversen Neonazi-Versänden auf.

Uwe Meusel (hinten 3 von links) und Axel Kopelke (hinten rechts) posieren bei einem Besuch in Norwegen.
NS-Szene | AIB 77 / 4.2007 | 13.12.2007

Völkische Mode im Hundertwasserhaus

»Die Grüne Zitadelle von Magdeburg – das ist der Name, den Friedensreich Hundertwasser seinem architektonischen Werk gab«, so liest es sich auf der  Homepage des Hundertwasserhauses Magdeburg, das am »Tag der deutschen Einheit« 2005 eröffnet wurde. Neben 55 Wohnungen bietet es auch Raum für Ladengeschäfte. Lange Zeit standen diese aufgrund der hohen Mieten leer. Als die Verwaltung des Hauses, die Gero AG, die Mietpreise nach und nach auf ein übliches Innenstadtniveau senkte, wurde die Ladenfläche schließlich auch für die Mediatex GmbH von Uwe Meusel und Axel Kopelke interessant.

Am 27. Juli dieses Jahres eröffnete im erklärten Touristenmagneten Magdeburgs das Ladengeschäft »Narvik«. Der Laden in bester Lage verkauft die Modemarke »Thor Steinar«.

"Thor Steinar" - Jacke auf einem Neonaziaufmarsch in Witten.
NS-Szene | AIB 77 / 4.2007 | 13.12.2007

»Thor Steinar«-Geschäftsführer geht in die Schweiz

Kaum waren die Umzugs-LKW weggefahren, ging die Nachricht auch schon durch das Internet: Der 35-Jährige Axel Kopelke, neben Uwe Meusel Geschäftsführer der Mediatex GmbH (»Thor Steinar«), habe am 12. August 2007 Deutschland in Richtung Schweiz verlassen. Das ganze habe möglicherweise den Zweck, den deutschen Steuergesetzen zu entfliehen.

Der 35-Jährige Axel Kopelke, neben Uwe Meusel Geschäftsführer der Mediatex GmbH (»Thor Steinar«), soll Deutschland in Richtung Schweiz verlassen haben. Möglicherweise um den deutschen Steuergesetzen zu entfliehen.

NS-Szene | AIB 63 / 2.2004 | 12.06.2004

Thor Steinar unter Druck

In Hamburg schloss nach einer einwöchigen Antifa-Kampagne der Thor-Steinar-Laden »Stavanger«. Die dortigen Aktivitäten gegen die Klamottenmarke Thor Steinar dürften Teil einer bundesweiten Kam­pagne sein. 

In Hamburg schloss nach einer einwöchigen Antifa-Kampagne der Thor-Steinar-Laden »Stavanger«. Die dortigen Aktivitäten gegen die Klamottenmarke Thor Steinar dürften Teil einer bundesweiten Kam­pagne sein. 

NS-Szene | AIB 62 / 1.2004 | 10.03.2004

Zwischen Profit und Pleite. Die extreme Rechte und ihre Finanzen

Das Thema Neonazis und Geld bietet traditionell viel Stoff für Spekula­tionen und politische Mythenbildung. In diesem Artikel soll es jedoch nicht um geheime Großfinanziers, dunkle Geschäfte oder schwarze Kassen der Neonazi-Szene gehen. Wir wollen stattdessen einige Beispiele aus verschiedensten Bereichen der The­ma­­tik aufzeigen, um einer realistischen Ein­schätzung in diesem Bereich etwas näher zu kommen. Die Beispiele ma­chen deutlich, dass innerhalb des Milieus der extremen Rechten zwar viel Geld zu verdienen ist, doch deshalb das Bild von überquellenden Neonazi­kassen zu zeichnen, geht an der Realität vorbei. Denn nicht alle, die an einem rechten Lifestyle verdienen, lassen das Geld zurück in die Bewe­gung fließen. Aber ein beachtlicher Personenkreis, der von Geschäften mit rechtsextremer Ideologie lebt und diese, quasi bezahlt, kontinuierlich verbreitet, ist durchaus Realität.

Das Thema Neonazis und Geld bietet traditionell viel Stoff für Spekula­tionen und politische Mythenbildung. In diesem Artikel soll es jedoch nicht um geheime Großfinanziers, dunkle Geschäfte oder schwarze Kassen der Neonazi-Szene gehen.

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