Rezensionen | AIB 53 / 2.2001 | 04.09.2001

White Noise - Neuauflage von White Noise widerspricht Bundesregierung

Im Mai diesen Jahres ist die erweiterte, dritte Auflage des Buchs »White Noise« über die internationale Neonazi-Musik-Szene erschienen. Erweitert wurde der Band, zu dessen Mitherausgebern das AIB zählt, um einen Artikel zur Entwicklung von »Blood & Honour« nach dem Verbot in der Bundesrepublik. Entgegen den offiziellen Stellungnahmen gehen die Aktivitäten der Organisation demnach weiter.

Etliche Konzerte fanden nach dem Verbot in der Bundesrepublik statt, teilweise weichen die deutschen Aktivisten auch ins Ausland aus, etwa nach Schweden oder ins nahe Tschechien. Während die Polizei einige Konzerte vor der antifaschistischen Öffentlichkeit schützte, wurden andere teilweise gegen heftigen Widerstand der Neonazis aufgelöst. »Die Bereitschaft des rechten Publikums«, schreiben die Autorinnen, »ihre« Konzerte und somit »ihre« Erlebniswelt militant zu verteidigen, ist spürbar gestiegen.

Demgegenüber spricht die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der PDS-Abgeordneten Ulla Jelpke vom Mai 2001 von einem restlosen Erfolg des Verbotes: »Es ist gelungen, die Struktur von ›Blood &Honour‹ in Deutschland nahezu vollständig zu zerschlagen und ihre Aktivitäten, insbesondere bei der Organisation von Skinhead-Konzerten, zum erliegen zu bringen.«

reihe antifaschistischer texte (rat) (Hrsg.)
White Noise,
Unrast Verlag,
Hamburg/Münster, 2001