Geschichte | AIB 115 / 2.2017 | 28.09.2017

Wechsel zwischen „Rotfront“ und SA ?

Ist Rot also doch gleich Braun? Zur Kontroverse über den Wechsel zwischen „Rotfront“ und SA in Berlin.

Oliver Reschke

Massenübertritte aus dem Umfeld der Neuköllner Antifa zur SA

Neue Forschungsergebnisse haben mich veranlasst, mich erneut mit dem Wechsel zwischen Kommunisten und SA zu beschäftigen. Christian von Gélieu hatte während seiner umfangreichen Forschungsarbeit zu den sogenannten Richardstraßenprozessen sieben Personen identifiziert, die aus dem KPD-Umfeld zu den Nazis gewechselt waren.1 Sicherlich der Prominenteste unter ihnen war Richard Hamann, KPD-Mitglied und ehemaliger Führer der Berlin-Neuköllner Antifa2, der während der Vernehmung als Zeuge im ersten Richardstraßenprozess von 1932 auf spektakuläre Weise seinen Übertritt zur NSDAP bekannt gegeben hatte, angeblich aus Abscheu gegenüber dem gewalttätigen Charakter der Kommunisten. Tatsächlich war er bereits im Juni 1931 heimlich zur NSDAP gewechselt und hatte sowohl für diese als auch für die Politische Polizei bis zum Frühjahr 1932 in der Neuköllner KPD gespitzelt. Aus den Quellen lassen sich die wohl wahren Gründe für Hamanns Verrat eruieren: Hamann verstand sich in seiner Rote Jungfront- und Antifa-Zeit offenbar als eine Art kommunistischer Kiezkönig im Rollbergviertel und fühlte sich durch versuchte Einflussnahmen der Partei gekränkt. Hinzu kam, dass „seine“ Antifa („Roter Sturm Neukölln“) faktisch aufgelöst worden war.3

Der AM-Apparat4 der KPD riet im September 1930 dringend zur endgültigen Auflösung der nach dem Verbot noch weiterbestehenden Rest-Antifa, da in ihr organisatorische und politische Mängel aufgetreten waren und zudem offensichtlich persönliche Kontakte zu Neuköllner Nazis bestanden hatten. Im internen Abschlussbericht des AM-Apparates heißt es: „dass die nationalsozialistische asoziale Ideologie mehr sogenannte Antifaschisten in Neukölln beherrscht, als ursprünglich angenommen wurde. Die Verbindung mit den Nazis datiert von früher, als heutige Mitglieder der SA noch im KJVD organisiert waren. Das Verhältnis der Antifa ist heute so, dass die Mitglieder teils befreundet sind mit Mitgliedern der SA.“ Speziell über die persönliche Verantwortung Hamanns für diese unhaltbaren Zustände hatte es schon in einem ersten Bericht geheißen: „Hamann dem man die Leitung übertrug und der den dortigen Aufgaben nicht im Entferntesten gewachsen war, hat im gewissen Grade selbstverständlich auch Schuld. Denn nicht die physische Stärke allein macht den Mann, sondern er muss eine gewisse geistige Reife und Überlegenheit besitzen, nur erst dann ist man zu einer solchen Aufgabe fähig.“

Generell hieß es dort über die Neuköllner Antifa, sie wäre „der Tummelplatz jener Elemente, die mit der prol. [proletarischen] Bewegung nichts anderes gemein haben, als dass sie dem Namen nach zur prol. Klasse gehören.“ Es war von einem regelrechten „Spitzelsumpf“ in der Neuköllner Antifa die Rede. Diese Organisation müsse „umgehend liquidiert“, die „Kreaturen“, die Verbindungsleute zur NSDAP und Politischen Polizei waren, unbedingt gestellt und abgestoßen sowie die „ehrlichen proletarischen Elemente in die Rote Jungfront und den KJV[D] überführt werden.“

Schließlich wurde aus der Neuköllner Antifa Mitte 1931 der Neuköllner Ableger des Kampfbundes gegen den Faschismus5 gegründet. Gleichzeitig wurde Hamann von der Unterbezirksleitung der KPD Neukölln als Führer abgesetzt, da man ihn zu diesem Zeitpunkt schon als Polizeispitzel verdächtigt hatte. Die Spitzeltätigkeit zahlte sich für Hamann jedoch aus, denn während er zu jener Zeit noch für eine Ofensetzerei schuften musste, war er nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten als Bademeister beschäftigt.

Die Befunde Gélieus würden zu den Forschungsergebnissen passen, die Andreas Petersen über die Berliner Bürgerkriegsjugend 1932 im Lichtenberger „Boxhagener Viertel“ präsentierte. Daraus dass in der Lichtenberger Tätergruppe des Überfalls auf ein örtliches NS-Lokal Überläufer zur SA gehäuft auftraten, leitete Petersen generell ab, dass es zwischen „Rechten“ und „Linken“ mehr Gemeinsames als Trennendes gab und die SA ab 1931 insgesamt attraktiver für diese Jugendlichen gewesen sein soll. Er spricht von einer „großen Eintrittswelle Ende 1932, Anfang 1933 in die SA“, bei der 15 bis 20 Prozent Berliner Kommunisten übergelaufen sein sollen, und stützt sich dabei auf einen Aufsatz, der vom Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung herausgegeben wurde. Zudem bedient er damit einen auch in der seriösen Geschichtsschreibung weit verbreiteten Topos.

Massenübertritte von der Berliner SA zur KPD

Da dieser Topos aber bisher nicht mit belastbaren Daten belegt werden konnte, wird in der Forschung für die Zeit vor 1933 von Einzelfällen ausgegangen. Nach Christian Striefler, ein Schüler Ernst Noltes, kam es im Winter 1932/1933 sogar zu Massenübertritten von der Berliner SA zu den Kommunisten. Aus den übergetretenen SA-Männern wurden die sogenannten „Scheringer-Staffeln“6 gebildet.

Nachdem die Verhandlungen vom 13. August 1932 zwischen Hitler und Reichspräsident Hindenburg mit der Ablehnung des Vizekanzlerpostens durch Hitler gescheitert waren, begann es in der Berliner SA allmählich zu brodeln. Am 23. Oktober 1932 brachte das KPD-Parteiorgan „Die Rote Fahne“ einen ausführlichen Beitrag heraus, in dem über Unzufriedenheit, offenes Aufbegehren bis hin zu Massenaustritten aus mehreren Berliner Stürmen berichtet wurde. In dem Beitrag erklärten auch die SA-Männer Walter Bischoff und Curt Caovia vom Weddinger Sturm 101 ihren Übertritt zur KPD.

Der SA-Mann Bischoff berichtete, dass der Truppführer von Trupp 1 einmal geäußert hätte, wenn es die Vorteile in der SA-Küche nicht geben würde, würde er die ganze „Scheiße“ nicht mitmachen. Bischoff fand bei der SA auch nicht den Typ von Kamerad, wie er ihn von der Arbeits- oder Stempelstelle gewohnt sei. Der Sturmführer Gewehr etwa, von Beruf Ingenieur, soll sich für etwas Besseres gehalten haben. Das Fass zum Überlaufen brachte für Bischoff schließlich, dass, als gegen den Sturmführer ein Haftbefehl vorlag, der zuständige Polizeihauptmann Lindigkeit (NSDAP-Mitglied), dem der Haftbefehl zur Vollstreckung zugegangen war, drei Tage Urlaub nahm und Gewehr so entfliehen konnte. Dies belegte Bischoff mit einem internen SA-Schreiben, das in Auszügen in der Roten Fahne abgedruckt wurde. Dann schilderte Bischoff noch, dass er einmal Zeuge wurde, wie Gewehr einem betrunkenen SA-Mann einen Revolver mit der Bemerkung „Geh und handle“ in die Hand gedrückt hatte. So etwas soll öfters vorgekommen sein.

Unter den sieben anfangs erwähnten Überläufern ist Karl Beuschel vom Roten Frontkämpferbund (RFB) Britz ein Sonderfall. Er trat zwar im Sommer 1932 ebenfalls in die SA ein, jedoch erfolgte bei ihm der Eintritt offenbar auf Anordnung der KPD. Beuschel war Jahre später in der West-Berliner VVN/VdA Neukölln aktiv, ein Zeichen für seine nach wie vor antifaschistische Gesinnung. Auch in Berlin-Wittenau war es so, dass ein besonders umsichtiger RFB-­Genosse beauftragt wurde, dem Wittenauer SA-Sturm beizutreten — u.a. um über bevorstehende SA-Aktionen zu informieren und zu warnen. Bei dem Wittenauer Genossen handelte es sich um den Bauarbeiter August Ziemer. Beide Männer lassen sich zum Kreis derjenigen zählen, die im Auftrag der KPD innerhalb der SA nicht nur Spitzelarbeiten tätigten, sondern wohl auch für die Zersetzungstätigkeit ab Herbst 1932 verantwortlich waren, die zur Bildung der sogenannten „Scheringer-Staffeln“ geführt haben. Diese für die maßgeblichen Männer in Politik, Wirtschaft und Militär beunruhigende Entwicklung dürfte einen Einfluss auf das Ränkespiel um die Machtübergabe an Hitler gehabt haben.

Wenige Tage vor der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler gelangte der Nachrichtendienst der KPD in den Besitz eines geheimen Standartenbefehls der SA-Untergruppe Berlin-Ost. In einem Roten Fahne-Bericht wurden Auszüge daraus veröffentlicht. Demnach würde die KPD planen, „durch anständig auftretende Diskussionsredner“ in allen SA-Lokalen Zersetzungsarbeit zu leisten. Zeitlich etwas versetzt sollten dann die sich in der SA befindenden KPD-Spitzel in einer konzertierten Aktion austreten, um weitere Massenaustritte aus der SA nach sich zu ziehen. Die SA-Führung rechnete mit „wenigstens 1500 Mann“, die dann in alter Uniform und mit „proletarischen“ Abzeichen Propagandamärsche vollführen sollten. Daher ordnete der Standartenführer an: „Diskussionsredner kriegen ein paar in die Schnauze geschlagen.“ Es sei keinesfalls gestattet, „daß sich unzulänglich geschulte SA-Männer oder SA-Führer mit dialektisch überlegenen Rednern des Gegners einlassen“. Der Standartenbefehl schließt mit den aufschlussreichen und bezeichnenden Worten des Standartenführers: „Ich werde nicht dulden, daß an der Vergangenheit und der heutigen Zeit Verrat geübt wird, und ich werde in unerschütterlicher Treue die Sache des Mannes verfechten, dem ich zu ehrlichem Dienst zugeschworen habe.“7

In einem internen Rundschreiben der KPD hieß es: „Der bevorstehende Kampfwinter muß das Sowjetdeutschland bringen.“8 Doch die Kommunisten, die der KPD die Treue gehalten hatten, wurden enttäuscht: Das Frühjahr 1933 brachte nicht die Revolution sondern die Konterrevolution an die Macht. Diejenigen die auf die SA gesetzt hatten und dachten der „nationalen Revolution“ würde eine zweite, die „sozialen Revolution“, folgen, wurden ein Jahr später im Juni/Juli 1934, als Hitler die SA-Opposition unter Röhm durch Gestapo, SS (Leibstandarte Adolf Hitler) und mit Hilfe der Reichswehr blutig ausschalten ließ, eines besseren belehrt.

Überläufer-Typen

Sven Reichardt wagte auf der Grundlage weniger empirischer Belege eine kurze Charakterisierung zum Typus des Überläufers: „Die Überläufer scheinen entweder nach internen Konflikten in ihrer vormaligen Gruppe Schutz beim politischen Gegner gesucht zu haben, oder es handelte sich um autoritäre Abenteurer, die nach kurzer und offenbar enttäuschender Stippvisite auf der einen Seite zum Gegner wechselten.“9 Ein gutes Beispiel für den ersten kriminellen Typus stellt der SA-Mann Karl Senkbeil dar. Über Senkbeil, Führer der Schalmeien-Kapelle des Friedrichshainer Sturmes 5, erfährt man in der Roten Fahne, dass er im Jahre 1926 aus der Roten Jungfront wegen Unterschlagung hinausgeworfen wurde. Er wäre dann in einen Ringverein gegangen, wurde aber selbst dort aus gleichem Grunde rausgeschmissen. „Und dieses üble Subjekt, dem kein Verbrecher mehr die Hand reicht, wurde Ehrenmitglied bei den Nazis.10

Zum zweiten autoritären Typus, der sich in den Dienst jener Partei stellt, die mehr Erfolg verspricht, würde ein ehemaliger RFB-Angehöriger aus Lichtenberg passen. Besagter Paul Fölz, dem es im Kampf gegen die Nazis nie hart genug zugehen konnte, trat dem dortigen SA-Sturm 44 bei, weil er sich dann (als sich schon abzeichnete, dass die Nazis das Rennen machen würden) eine geringere Haftstrafe für einen kurz zuvor begangenen Überfall auf ein NS-Lokal erhoffte, wie aus einem Gefängnisbrief von ihm hervorgeht. Anhand der zu Beginn geschilderten Personalie Hamanns lässt sich noch ein weiterer Typus des Überläufers bestimmen: Der Ruhmsüchtige.

Da Hamann auch Gelder veruntreut hatte und wegen einer Brandstiftung in Haft gewesen war, kann er auch noch dem „kriminellen Typus“ zugerechnet werden.

Neben dem Fall des SA-Mannes Bischoff liegt noch ein weiterer Fall für einen Überläufer von den Nazis zu den Kommunisten vor. In einem Rote Fahne-Bericht schon von Ende August 1932 über Zerfallserscheinungen in der SA wurde das Faksimile eines NSDAP-Mitgliedsbuches abgedruckt, dass ein „enttäuschter Naziprolet“ namens Erich Czyganowski, von Beruf Maschinenbauer, der Rote Fahne-Redaktion auf den Tisch geknallt hatte. Mehr, außer dass Czyganowski Mitglied der KPD und der Antifaschistischen Aktion wurde, ist über seinen konkreten Fall nicht zu lesen. Der Grundtenor des Berichtes ist, dass die sozialen Spannungen „zwischen proletarischen Teilen der SA und den Kleinbürgern, Villenbesitzern und Kapitalisten der Parteisektionen“ immer größer wurden. Diese Grundkritik lässt sich auch aus Bischoffs Schilderungen der Verhältnisse im Sturm 101 herausschälen. Überläufer von der SA zur KPD wären demnach unpolitische oder „atypische“ Arbeiter gewesen, die, zunächst durch die sozialen Betreuungsmaßnahmen der SA angelockt, ihr diffuser Klasseninstinkt von der widersprüchlichen sozial heterogenen NS-Bewegung abbrachte und sie schließlich zu einer ihre Klasseninteressen konsequent vertretenden Partei trieb. Das Bild des zwar zunächst „irregeleiteten“ aber an sich lauteren Proleten, der zur Vernunft kam und ohne große Worte in die Reihen der Kommunisten aufgenommen wurde, entspräche auch einem Topos, und zwar dem kommunistischen.

Fazit

So gut wie alle Zahlenangaben im Aufsatz von Udo Grashoff , auf den sich Petersen stützt, beziehen sich auf die Zeit nach der Machtübergabe 1933. Auch die Zahlenangabe eines ehemaligen Leiters der „Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit“ speziell für Berlin, der von 20 Prozent Überläufern sprach, bezieht sich auf die Zeit nach 1933.11 Petersen spricht jedoch von einer „großen Eintrittswelle“ Ende 1932/Anfang 1933 in die SA, also in genau jenem Zeitraum, für den es Belege für Massenübertritte in umgekehrter Richtung gibt. Grashoff räumt auch ein, dass Überläufe lokal und regional in unterschiedlichem Ausmaß stattgefunden haben. Im Falle der Lichtenberger Straßenkämpfer hat es offensichtlich so eine lokale Häufung gegeben.

Ein so fokussierter Blick auf spektakuläre Einzelfälle verzerrt jedoch die Gesamtsicht. Die gegenteilige These scheint allein schon deshalb plausibler, weil sie auch dem übergeordneten Trend entspräche: Während nach dem Wahldebakel vom 6. November 1932 allmählich Zerfallserscheinungen in der NSDAP zu Tage traten, legte die KPD an Mitgliedern und Wählern zu und wurde stärkste Partei in Berlin. Auch scheint, um auf den Titel dieses Aufsatzes zurück zu kommen, Rot nicht gleich Braun gewesen zu sein, da, jedenfalls nach den bisherigen Belegen, die Motivlagen für den Wechsel völlig andere waren.

Allein schon ein Blick auf die Wählerbewegungen am Ende der Weimarer Republik — der ganze bürgerliche Block bricht weg, während die Arbeiterparteien nahezu konstant bleiben — genügt, um aufzuzeigen: Die entscheidenden Massenbewegungen fanden nicht zwischen Kommunisten (auch nicht Sozialdemokraten) und SA statt. Wilhelm Frick, ab dem 30. Januar 1933 Reichs­kommissar für Inneres, brachte es in besagtem Jahre 1932 auf den Punkt: „Die Masse der Arbeiter werden wir zweifellos erst gewinnen, wenn wir im Besitz der Macht sind.

  • 1. Ein komprimierter Auszug seiner Ergebnisse ist in einer Gedenkschrift erschienen: Christian von Gélieu, Schüsse auf die Richardsburg. Der Überfall auf eine Neuköllner SA-Kneipe und seine politischen Folgen, in: Frieder Boehne/Bernhard Bremberger/Matthias Heisig (Hrsg.), „Da müsst ihr euch mal kümmern“. Werner Gutsche (1923—2012) und Neukölln. Spuren, Erinnerungen, Anregungen, Berlin 2016, S. 177—196.
  • 2. Als erste Nachfolgeorganisation des am 3. Mai 1929 verbotenen Roten Frontkämpferbundes (RFB) formierte die KPD im Juli 1929 die Antifaschistischen Jungen Garden (kurz Antifa). Bis Herbst 1929 war die Antifa in allen Berliner Bezirken vertreten und hatte 1500 bis 2000 Mitglieder, die in uniformartiger Einheitskleidung in der Öffentlichkeit auftraten. Bereits im Februar 1930 wurde die Antifa als Ersatzorganisation des RFB vom Berliner Polizeipräsidenten wieder verboten. Sie war auch bei der illegalen RFB-Führung nicht unumstritten gewesen.
  • 3. Der Fall Hamanns zeigt deutliche Parallelen zum Fall des Kampfstaffelführers Jonny Lanze aus dem Nostitzkiez, der Ende 1932 auf ähnlich spektakuläre Weise zur SA übertrat. Vgl. Oliver Reschke, Kampf um den Kiez. Der Aufstieg der NSDAP im Zentrum Berlins 1925-1933, Berlin 2014, S. 313.
  • 4. Diese Bezeichnung steht für Abwehr- und militärpolitischer Apparat und war als Tarnname für den Nachrichtendienst der KPD in Gebrauch.
  • 5. Der am 28. September 1930 in Berlin gegründete Kampfbund gegen den Faschismus war die eigentliche paramilitärische Nachfolgeorganisation des RFB. Er erreichte mit ca. 6000 bis 7500 Berliner Mitgliedern im Mai 1931 seinen Höhepunkt.
  • 6. Die Kampfstaffeln wurden nach dem ehemaligen Reichswehrleutnant Richard Scheringer benannt. Im Hochverratsprozeß vor dem Leipziger Reichsgericht gegen drei Ulmer Reichswehroffiziere wegen Bildung einer nationalsozialistischen Zelle in der Reichswehr wurde er zu eineinhalb Jahren Festungshaft verurteilt. Während seiner Festungshaft in Gollnow wurde Scheringer von kommunistischen Zellengenossen beeinflusst. Nach Gesprächen mit Hitler und Goebbels erfolgte der endgültige Bruch mit der NSDAP. Am 19. März 1931 verlas der Reichstagsabgeordnete Kippenberger den Übertritt Scheringers zur KPD im Reichstag. In der Folgezeit wurde er zur Symbolfigur der kommunistischen Einheitsfrontbemühungen in Richtung Nationalsozialisten.
  • 7. „1500 Berliner SA-Leute vor dem Austritt“, in: Die Rote Fahne Nr. 24 vom 28.1.1933.
  • 8. Zitiert nach: Johannes Fülberth, „… wird mit Brachialgewalt durchgefochten“. Bewaffnete Konflikte mit Todesfolge vor Gericht — Berlin 1929 bis 1932/1933, Köln 2011, S. 46/Anm. 157.
  • 9. Sven Reichardt, Faschistische Kampfbünde. Gewalt und Gemeinschaft im italienischen Squadrismus und in der deutschen SA, 2. Aufl., Köln/Weimar/Wien 2009, S. 712.
  • 10. Zitiert nach: Fülberth, Brachialgewalt, S. 54.
  • 11. Grashoff, Erst rot, dann braun? Überläufer von der KPD zu NS-Organisationen im Jahr 1933, in: Günther Heydmann/Jan Erik Schulte/Francesca Weil (Hrsg.), Sachsen und der Nationalsozialismus, Göttingen 2014, S. 232f.; Hans-Rainer Sandvoß, Die „andere“ Reichshauptstadt, Widerstand aus der Arbeiterbewegung in Berlin von 1933 bis 1945, Berlin 2007, S. 276.
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