Das von der Legion Condor zerstörte Guernica. (Bild:Bundesarchiv, Bild 183-H25224 /CC BY-SA)
Braunzone | AIB 56 / 2.2002 | 12.06.2002

Täter feiern nicht ungestört II

Am 15. Mai 2002 lud die »Alte Königsberger Burschenschaft Alemannia« aus Kiel zu einem Vortrag eines Veteranen der »Legion Condor« ein. Diese »Legion Condor« war eine Elite-Einheit der Luftwaffe der Nazi-Armee. Nachdem im Februar 1936 eine linke Regierung in Spanien die parlamentarische Mehrheit erreicht hatte, putschte der spanische Faschistenführer Franco. Neben dem damals faschistischen Italien unterstützte die deutsche Luftwaffe die rechten Militärs im spanischen Bürgerkrieg, indem sie ganze Städte zerbombte und deren Bevölkerung ermordete. Weltweit traurige Berühmtheit durch die gezielte Bombardierung ziviler Ziele erlangte der baskische Ort Guernica.

Deutsche Spreng- und Brandbomben verwandelten den Ort am 26. April 1937 in ein Flammenmeer, 1500 Menschen starben, weitere Tausend wurden verletzt.1 Über »die bedeutende Rolle« seiner »Legion Condor« wollte Dr. A. Münchmeyer bei freien Eintritt und Getränken berichten. Eine solche Relativierung und Heroisierung von NS-Verbrechen wollten ca. 40 AntifaschistInnen nicht dulden und versammelten sich mit Transparenten wie »No pasaran« vor dem Burschenhaus. Sie empfingen die Interessenten des »Augenzeugenberichtes« mit Parolen, Redebeiträgen und Trillerpfeiffen. Da die Besucher so nicht ungestört zu der Veranstaltung gelangten, prügelte die Polizei mit Schlagstöcken und Pfeffergas die AntifaschistInnen von der Strasse, einige wurden dabei verletzt.

  • 1. Siehe auch: AugenzeugInnen aus Guernica, AIB Nr. 39, Juli/August 1997.