Mitglieder der Neonazi-Gruppe Chrisi Avgi (»Goldener Morgen«) in Aktion. (Bild: athens.indymedia.org)
International | AIB 64 / 3.2004 | 12.09.2004

Rassistischer Mord in Griechenland

In der Nacht zum 5. September 2004 wurde der 22jährige Albaner Gramos Paluci auf der westgriechischen Insel Zakynthos von einem griechischen Rassisten erstochen.

Zu dem Mord kam es im Zuge von landesweiten Angriffen griechischer Nationalisten auf albanische ImmigrantInnen, nachdem die griechische Fußball-Nationalmannschaft 2:1 gegen die albanische Auswahl verloren hatte. Übergriffe fanden unter anderem in Athen, Thessaloniki, Rethimno und Kilkis statt. Bei den rassistischen Angriffen wurden über 20 Personen so schwer verletzt, dass sie in Krankenhäusern behandelt werden mussten. 

An den Übergriffen waren mehrere neofaschistische Gruppierungen beteiligt, unter anderem aus dem Umfeld der Naziorganisation Chrisi Avgi (»Goldener Morgen«). Verhaftet wurden acht Personen - fast ausschließlich Albaner. In Athen und Thessaloniki kam es zu Protestdemonstrationen von AntirassistInnen, an denen 1000 bzw. 3000 Menschen teilnahmen. Es flogen Molotow-Cocktails auf das Gebäude des Nationalen Fernsehrates; die Berichterstattung der griechischen Massenmedien über die pogromartigen Attacken war stark nationalistisch und rassistisch geprägt gewesen. MigrantInnen, insbesondere albanische, haben in Griechenland seit längerem mit einer nationalistischen Formierung und erstarkendem Rassismus zu kämpfen, die durch den Gewinn der diesjährigen Fußball-WM und die Austragung der olympischen Spiele noch gefördert wurden.

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