Rezensionen | AIB 112 / 3.2016 | 04.12.2016

Paris Rebelle — Zwischen Rechtsruck und Revolte

Anfang Juni 2016 reisten die Berliner North-East Antifascists (NEA), Left Report und Freund_innen nach Paris, um an den Aktionen in Gedenken an Clément Méric teilzunehmen, der 2013 von Neonazis ermordet wurde. Vor Ort wurden Interviews geführt und Eindrücke gesammelt, sodass die Dokumentation „Paris Rebelle — zwischen Rechtsruck und Revolte“ entstanden ist. Es wird um das Gedenken an Clément, den andauernden Rechtsruck, den Widerstand gegen die neoliberale Arbeitsmarktreform und die junge soziale Bewegung „Nuit Debout“ gehen und aufgezeigt, wie antifaschistischer Protest und andere soziale Kämpfe kriminalisiert werden. „Die Protestierenden sind starker staatlicher Repression ausgesetzt. Hausprojekte und Gewerkschaftsbüros stehen unter ständiger Observation; mit der Androhung von Haftstrafen sollen Einzelne eingeschüchtert werden“, so einer der Beteiligten des Filmprojekts. Des Weiteren wird auch der Prozess gegen die Mörder von Clément eine Rolle spielen.

Schon im Jahr 2015 wurde von dem gleichen Zusammenschluss eine Interview-Dokumentation über den Mord an Clément, den französischen Rechtsruck und antifaschistische Kämpfe in Paris namens „Une vie de lutte — der Kampf geht weiter“ veröffentlicht. Ziel der Filmprojekte ist es, antifaschistische, antirassistische und soziale Bewegungen zu porträtieren und von den Erfahrungen und Aktionen in anderen Ländern zu lernen. Besonders der Umgang mit dem Rechsruck in Frankreich im Allgemeinen und dem "Front National" (FN) im Besonderen ist in Hinblick auf das erstarken der AfD für in Deutschland lebende Antifaschist_innen spannend.

Der Film feierte am 23. September 2016 in Berlin Prämiere. Den Trailer und weitere Ausstrahlungstermine findet ihr auf den Seiten der beteiligten Gruppen. Um die Produktions- und Reisekosten zu decken, sind die Gruppen auf Spenden angewiesen und freuen sich über eure Beteiligung.

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