Menschenmenge zu Silvester am Brandenburger Tor. (Foto: Bundesarchiv, Bild 183-1990-0101-008 / Reiche, Hartmut / CC-BY-SA 3.0)
NS-Szene | AIB 10 / 1.1990 | 18.04.1990

Neonazis am Brandenburger Tor

Neonazis haben in der letzten Zeit immer wieder versucht aus dem Menschenrummel am Brandenburger Tor Kapital zu schlagen

Neonazis haben in der letzten Zeit immer wieder versucht aus dem Menschenrummel am Brandenburger Tor Kapital zu schlagen. Am Tage der Öffnung des Tors waren auch Westdeutsche Neonazis aus dem Umfeld Michael Kühnens unter ihnen. So Hark B. der zu den Kreisen der im Bückeburger NS-Prozeß1 verurteilten Neonazis gehören soll. Hark B. war zusammen mit 50 anderen Neonazis zu sehen, die ein Transparent mit dem Emblem der „Wiking Jugend“ (Odalsrune) trugen. Seit Öffnung der Mauer kommt es in Grenzübergangsnähe verstärkt zu Angriffen von rechten Skinheads oder neonazistisch beeinflußten Schlägern. Fast jedes Wochende erreichen uns Meldungen, daß Leute auf dem U- bzw. S-Bahnhof Friedrichstraße attackiert worden sind.

  • 1.

    Ein sogenanntes Terrorismus-Verfahren des OLG Celle im Jahr 1979 gegen Neonazis einer Wehrsportgruppe und der Aktionsfront Nationaler Sozialisten / Nationale Aktivisten. Angeklagt waren Michael Kühnen, Manfred Börm, Lothar-Harold Schulte, Lutz Wegener, Uwe Rohwer und Klaus-Dieter Puls.