Lothar Groppe betreute das "Konservative Büro" in Bielefeld. (Bild: Screenshot von gloria.tv)
Braunzone | AIB 40 / 3.1997 | 04.11.1997

Kultur-Konservative Messe sucht „Wertorientierung“

In der Stadthalle von Bad Hersfeld fand vom 30. Mai bis 1. Juni 1997 unter dem Motto "Wege in die Zukunft: Aus konservativer Wertorientierung zu gesellschaftlicher Erneuerung" die zweite sogenannte »Kultur-Konservative Messe« statt.

Das konservative Büro (Bielefeld) und der Verein Konservative Kultur und Bildung e.V. (Bielefeld), organisierten die Messe.

Diese haben es sich laut dem Ostpreußenblatt „zur Aufgabe gemacht, den geistig-kulturellen Konservatismus in Deutschland zu fördern und das konservative, christliche und nationale Gedankengut durch Verbreitung von Fakten, Argumenten, Informationen in Wort, Schrift und Bild und durch Kontaktvermittlung und Beratung zu stärken.

Zu den etwa vierzig Ausstellern gehörten der Bund der Arbeitskreise für ein qualifiziertes Studium (Köln), der KOMM-MIT-Verlag (Münster), das Christlich-Konservative Deutschland-Forum (Berlin), die Europäische Arbeitsgemeinschaft „Mut zur Ethik" (CH-Zürich), der Criticon-Verlag, die Arbeitsgemeinschaft für Kameradenwerke und Traditionsverbände e.V., der Evangelische Fachverband für Sexualethik und Seelsorge Weißes Kreuz e. V. und das Studienzentrum Weikersheim (Stuttgart).

Wie man dem blauen Brett der Rechtsaußen Zeitschrift Criticon entnehmen konnte, war diesmal der »Verein zur Förderung der psychologische Menschenkenntnis (VPM)« aus Zürich Mitveranstalter, der dort gleich mit drei Ständen vertreten war, mit seinem eigenen, mit dem seiner Tochterorganisation: »Mut zur Ethik« und dem seiner Zeitung »Zeitfragen«.

Der größte Teil der Aussteller stammte, wie auch in den Jahren zuvor, aus diversen rechten religiösen Vereinigungen, die sich gegen die »Linksunterwanderung« der Kirchen wehren wollen.

So z.B. die Evangelische Notgemeinschaft in Deutschland e.V. (Renningen), »Kein anderes Evangelium« und natürlich auch jede Menge sog. Lebensrechtgruppen.

Erstmals beteiligte sich das »Studienzentrum Weikersheim« und verschiedene Burschenschaften.

Über Themen wie Christentum, Nation, Kultur, „Zensur“ und „Political Correctness“ sollten in diesem Rahmen auch Prof. Dr. Lothar Bossle, Pater Lothar Groppe, Caspar von Schrenck-Notzing, Dr. Gerd Habermann, Prof. Klaus Hornung, Manfred Wilcke, Max König und Dr. Klaus Motschmann referieren.

Dr. Klaus Motschmann soll laut Berichten aus der Szene auch schon vor Neonazis referiert haben. So hätte 1994 eine Einladung der "Berliner Kulturgemeinschaft Preußen e.V." (BKP) kursiert, auf der eine Veranstaltung am 18. Januar mit Prof. Dr. Klaus Motschmann zum Thema "Die Reichsgründung im Urteil von Marx und Engels" beworben worden sei.