Klemens Otto (rechts) präsentiert sich als Kampfsportler. (Bild: Screenshot von der Homepage learn-to-fight.de/galerie.html)
NS-Szene | AIB 71 / 2.2006 | 15.06.2006

Knock Out für »Fight Night« in Hannover

Am 25. Februar diesen Jahres sollte in der Integrierten Gesamtschule Linden Hannover eine »Fight Night« stattfinden. Mit organisiert wurde dieses Event unter anderem von Klemens Otto und André Nölke. Aufgrund guter Recherchen lokaler Antifa-Gruppen und öffentlichen Drucks auf Veranstalter, Schule und Stadt konnte dies verhindert werden.

Dabei konnte man auf der Homepage einsehen, wie gut durchgeplant die Veranstaltung war und als gewinnbringend eingestuft wurde. So waren unter anderem 50.000 Flyer und 2.000 Plakate für den norddeutschen Raum geplant. An dem sportlichen Event wäre an sich nichts auszusetzen, wenn sich nicht vermehrt im Publikum und vereinzelt auch unter den Sportlern Neonazis etablieren würden. Mehr als alarmierend ist es jedoch, wenn sich, wie es in Hannover geschehen sollte, zwei  bekannte Personen aus dem Neonazi-Milieu als Mitveranstalter einer solchen »Fight Night« herausstellen.

So konnte man sich beispielsweise auf der Homepage per Email als Kämpfer anmelden. Diese Adresse ist allerdings dieselbe, die auch vom Outlawstore dem interessierten Kunden angeboten wird. Der Outlawstore ist ein Streetwear-Onlineshop, der unter anderem Bekleidung der Mischszene-Marken »Pro Violence« und »Fightsquad« anbietet und wird von keinem anderen als Klemens Otto betrieben.

Seit 1998 führte Klemens Otto die Kameradschaft im schleswig-holsteinischen Pinneberg. Bis zum Verbot im Jahre 2000 war Otto mit einer der führenden Köpfe Schleswig-Holsteins innerhalb der Blood & Honour-Sektion Nordmark. Otto ist mehrfach einschlägig wegen Körperverletzungsdelikten gegen Migranten vorbestraft. Im März letzten Jahres wurde er wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung namens »Combat 18 Pinneberg« zu einer mehrjährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Auch der Hannoveraner Andre Nölke mit dem szeneinternen Spitznamen »Peanuts« ist kein Unbekannter, wenn es um Verbindungen in die rechte Szene geht. Auch Noelke wurde immer wieder mit der Organisation von Rechtsrock-Konzerten in Verbindung gebracht (siehe AIB Nr. 65). Sein Tattooshop »Inksta« in Hannover war Kartenvorverkaufsstelle und Sponsor für die »Fight Night«.

Schon während des Prozesses gegen Klemens Otto im Jahre 2005 wurde ersichtlich, dass sich die Blood & Honour-Sektion Nordmark schon im Jahre 2002 mit dem Gedanken beschäftigt hatte, ihre »Geschäftsfelder« um legale Geschäftsstrukturen zu erweitern. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die Einnahmen aus solchen »Events« tatsächlich dem Aufbau und der Unterstützung von Blood & Honour-Nachfolgestrukturen dienen.

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