Das Rittergut / Schloss Ermreuth von Karl-Heinz Hoffmann in Oberfranken wurde von der Polizei durchsucht. (Bild: de.wikipedia.org/Technokrat/CC BY-SA 2.0 DE)
NS-Szene | AIB 89 / 4.2010 | 11.12.2010

Hausdurchsuchungen nach Neonaziveranstaltung

Am 11. September 2010 veranstalteten Neonazis des »Freien Netz Borna-Geithain« im »Gasthof Zollwitz« in Hausdorf bei Colditz einen Vortragsabend mit Karl Heinz Hoffmann. 

Ziemlich genau 30 Jahre nach dem Bombenattentat auf das Oktoberfest in München, wobei im Zuge der Ermittlungen mehrere Aktivisten der von Karl-Heinz Hoffmann 1973 gegründeten rechtsterroristischen »Wehrsportgruppe Hoffmann« (WSG) verhaftet und auch ein Verfahren gegen den Gründer eingeleitet wurde, trat dieser erstmals wieder öffentlich auf. »Der Chef« selbst wollte unter dem Motto »Die WSG – Klischee und Wirklichkeit« vor rund »60 Kameraden« seine ganz eigene Sicht der Dinge darstellen.

Den Neonazis war offensichtlich schon bewusst »dass dies die Überwachungsapparate nervös werden ließ«, denn »schließlich galt Hoffmanns WSG als eine Art ›Braune Armee Fraktion‹«. Dass es aber nur wenige Stunden nach dem Auftritt zu Razzien im Kreis der Veranstalter und im »Braunen Haus« in Jena kam, dürfte selbst sie überrascht haben. Schon drei Wochen später kam es zu einer weiteren, größer angelegten Durchsuchungsaktion. Die Staatsanwaltschaft Gera ermittelt auf Grundlage abgehörter Telefongespräche gegen mehrere Neonazis wegen des Verdachts der Weitergabe und Verwendung von Sprengstoff. Kurz vor einem abgehörten Gespräch besuchten die verdächtigten Neonazis den Vortragsabend des »Freien Netz«. Deshalb durchsuchten am 6. Oktober etwa 200 Polizisten 16 Objekte in Sachsen, Thüringen und Franken.

Darunter waren der »Gasthof Zollwitz« und drei Objekte von Karl-Heinz Hoffmann: das Schloss Ermreuth, das Rittergut Schloss Sahlis und ein Haus in der Nürnberger Innenstadt. Sprengstoff wurde zwar nicht gefunden, dennoch werde das beschlagnahmte Material nun ausgewertet und dann entschieden, ob gegen die Neonazis weiter ermittelt wird, so die Staatsanwaltschaft.

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