Anlässlich des 28. Todestages des 1975 verstorbenen spanischen faschistischen Diktators Francisco Franco Bahamonde findet in Madrid auf dem Plaza Oriente gegenüber des Königlichen Palastes eine Kundgebung alter und neuer Faschisten statt. (Bild: attenzione-photo.com)
International | AIB 78 / 1.2008 | 18.03.2008

Francos langer Schatten

Spanien überwand erst vor rund dreißig Jahren den Faschismus, als der langjährige Diktator Francisco Franco starb. Es folgte die Zeit der »Transición« (dt. Übergang) und die Eingliederung in das kapitalistische Westeuropa. Parteien, Gewerkschaften und eine unabhängige Presse wurden wieder zugelassen. Eine Entnazifizierung oder gar eine Aufarbeitung der 40jährigen faschistischen Herrschaft blieb jedoch aus. Kein Angehöriger des Franco-Regimes musste sich verantworten: kein Aufseher der spanischen KZ, kein Mörder aus der berüchtigten Guardia Civil, keiner der Richter, die noch bis in die 1970er Jahre Todesurteile unterzeichneten und auch niemand aus Verwaltung oder Militär.

Das Franco-Regime legte den Faschismus anders aus als Hitler oder Mussolini. Die traditionell starke katholische Kirche war ein zentrales Standbein des spanischen sogenannten »Klerikal-Faschismus«. Die faschistische Partei Francos, die Falange, konnte einflussreiche religiöse Organisationen wie den Opus Dei oder die Acción Católica für sich gewinnen. Die Falange ist noch heute eine legale politische Partei und führt regelmäßig Ehrungen an Geburts- und Todestag von Franco durch.