Rezensionen | AIB 99 / 2.2013 | 07.09.2013

Fight Back #5 – April 2013

Antifa-Recherche Berlin Berlin-Brandenburg

Die nunmehr fünfte Ausgabe der Berlin/Brandenburger Recherchebroschüre »Fight Back« ist in diesem Frühjahr nach vier Jahren Pause wieder erschienen. Auch im neuesten Aufschlag wurde die Seitenzahl wieder nahezu verdoppelt. Im Unterschied zu staatlichen Veröffentlichungen oder zivilgesellschaftlichen Publikationen zum Thema, nimmt das Autor_innenkollektiv kein Blatt vor den Mund und benennt Ross und Reiter bei vollem Namen. Über 850 Neonazis und AnhängerInnen anderer extrem rechter Organisationen aus Berlin und Brandenburg finden sich in dem Heft, viele davon sogar mit Portraitfoto.

Grob gliedert sich die Broschüre in zwei Teile und zeichnet so ein umfassendes Bild der Region: Zum einen gibt es allgemeine Analysen zu aktuellen Themen und Erscheinungsformen der örtlichen extremen Rechten, wie NPD oder »Reichsbürger«, Rechtsrock oder NW-Berlin. Danach folgt ein Regionalteil zu den Berliner Bezirken bzw. Brandenburger Landkreisen. Zusätzlich gibt es ein Glossar der relevantesten Neonazis und ihrer Infrastruktur.

Seit der Erstveröffentlichung 2001 bietet die »Fight Back« fundiertes Recherchewissen aus antifaschistischer Sicht und galt immer wieder auch als Nachschlagewerk und Informationsquelle unterschiedlichster Art: Betroffene rechter Gewalt konnten so Täter identifizieren, Anwohner_innen in ihrer Nachbarschaft Neonazikader erkennen usw. »Wir wollen diejenigen stärken, die tagtäglich von rechten Zumutungen betroffen sind und dagegen ankämpfen – in ihren Kiezen, auf ihren Dörfern, publizistisch wie juristisch, zivilcouragiert wie konfrontativ. Ihnen Handlungs- und Interventionsmöglichkeiten durch Informationen zu eröffnen ist unser Ziel«, so die Motive der Autor_innen. 

Fight Back #5- April 2013
Antifa-Recherche Berlin Berlin-Brandenburg
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