Kay Schweigel: Von der Neonazi-Szene zu den Red Devils (Bild: de.indymedia.org/CC BY-SA 2.0 DE)
NS-Szene | AIB 92 / 3.2011 | 14.09.2011

Durchsuchungsaktion bei den »Red Devils Salzwedel«

Auf Grund eines laufenden Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Stendal gegen Angehörige des Motorradclubs (MC) »Red Devils Salzwedel« wurden mehrere Objekte in Sachsen-Anhalt durchsucht.

Grundlage für das Ermittlungsverfahren sind milieutypische Straftaten im Bereich der Rockerkriminalität. Im Ergebnis der Durchsuchungen konnten diverse Arzneimittel (Anabolika, Steroide und Testosteron), Bargeldbeträge im hohen vierstelligen Bereich sowie geringe Mengen Kokain, Marihuana und Haschisch aufgefunden und sichergestellt werden.

Wie im AIB 87 berichtet, verfügt der MC um die Neonazis Kay Schweigel und Dennis Sch. über enge Anbindungen an die regionale Neonazi-Szene. So wurden bei den Durchsuchungen auch Tonträger mit RechtsRock aufgefunden. Ungewohnt offen erklärten die Ermittlungsbehörden: »Im Verlauf der Ermittlungen wurden zudem hinreichende Erkenntnisse über Verbindungen zur rechten Szene gewonnen. Zudem haben die Ermittlungen bestätigt, dass sich der MC »Red Devils« in Salzwedel – seit Gründung des Clubs – zum Teil aus politisch motivierten Gewalttätern sowie Führungspersonen der örtlichen rechten Szene organisiert. Der Zulauf aus diesem Bereich hält bis dato an.

Der Präsident des Clubs, selber langjährige Führungsperson der rechten Kameradschaftsszene in der Altmark, griff dabei zielgerichtet auf politische Weggefährten zurück. Nach derzeitigem Erkenntnisstand ist die vorhandene Allianz der Rockerszene mit Angehörigen der rechten Kameradschaften für Salzwedel charakteristisch, jedoch nicht allgemeingültig für die klassische Rockerkriminalität.« Offenbar sah man sich sogar zum Einschreiten veranlasst: »Durch koordinierte Einsatzmaßnahmen (…) bei einem Motorradtreffen in Bismark im Mai 2011 konnten Hinweise gesichert werden, die auf eine weitere Neugründung des Clubs im Landkreis Stendal seitens eines NPD-Funktionärs schließen ließen. In Folge der anschließenden öffentlichen Darstellung zu den Ereignissen fand die Gründung des MC »Red Devils« im Landkreis Stendal nicht statt.«