Phillip Valenta am 17. Juni 2008 in Halle bei einer JN-Kundgebung. (Bild: Infothek Dessau)
NS-Szene | AIB 55 / 1.2002 | 12.04.2002

»White Power« mal anders

Am 29. Dezember 2001 versuchten ca. 150 Neonazis »gegen die Verharmlosung von Kinderschändern« in Trier zu demonstrieren. Angemeldet wurde die Demo von NPD-Kader Andreas Traxel und dem NPD-Landesvorsitzenden Phillip Valenta aus Trier. Bis 14 Uhr mussten die meist jungen Neonazis aus dem Bereich Trier und dem Saarland bei klirrender Kälte auf dem Trierer Bahnhof ausharren. Die Polizei konnte aufgrund der 500 GegendemonstrantInnen nur unter massiven Problemen die Demonstrationsroute nach mehrmaliger Umstellung freigeben. Da Trier an diesem Tag das seltene Privileg einer 5cm dicken Schneedecke genoß, flogen etliche Schneebälle in Richtung der frierenden Neonazis.

Die aufgebaute Lautsprecheranlage gab nach wenigen Metern dank der treffsicheren AntifaschistInnen den Geist auf. Verzweifelte Versuche des NPD-Ordnerdienstes, die Schneebälle abzuwehren blieben genauso erfolglos wie die »Schildkrötentaktik«, sich mit Transparenten und NPD-Schildern vor dem Schneeballhagel und den beigemischten Apfelsinen und Eiern zu schützen. Dank eines breiten Bündnisses vom »Trierer Bündnis gegen Rechts«, lokalen AntifaschistInnen und internationaler Beteiligung von »dei Lenk« aus Luxemburg erlebte Trier unter dem Motto »Wir stellen uns quer« die »Rekord-Schneeballschlacht in Triers Geschichte« (lokale Presse), wobei es nur einen Verlierer gab. Selbst die eher konservative Presse bezeichnete die Demo als »eher peinlichen Aufzug der Teenie-Glatzköpfe«.