Skip to main content

Rassistische Übergriffe von Neonazis

Berichte von Betroffenen (Gastbeitrag)
Einleitung

Neonazis, welche die Ausländerfeindlichkeit zunehmend organisieren, haben ihre Angriffe gegen Ausländer in West-Berlin verstärkt. Zwei Berichte von Betroffenen.

Rassisten

Angriff auf Wohnung in Berlin-Neukölln

In Berlin-Neukölln haben Rassisten zwei Wohnungen von Ausländern angegriffen. Einer der Angegriffenen „Apo“ hat uns dieses Ereignis kurz zusammengefasst: Sie haben zwei Wochen lang ununterbrochen hässliche pornographische Photos an unsere Wohnungstür geklebt. Nachts um 23.30 Uhr klingelte es ununterbrochen an meiner Wohnungstür. Ich konnte die Wohnungstür nicht öffnen, weil sie zwischen Türklinke und Treppengeländer ein Kabel gebunden hatten und die Klingel mit einem Streichholz eingeklemmt hatten. Erst später erfuhr ich, dass mein jugoslawischer Nachbar das gleiche erlebt hat. Ungefähr drei Wochen habe ich noch nicht mehr Post erhalten. Eines Tages konnte ich meine Wohnungstür nicht mehr öffnen. Ich rief den Schlüsseldienst und als ich die Wohnung endlich betreten konnte sah ich, dass alles voll Wasser war. Ich rief die Polizei an und schilderte der Polizeistreife den Fall, sie fand das jedoch alles unwichtig, weil die Tür nicht aufgebrochen worden war. Sie haben sich wegen "unnötiger Beschäftigung" der Polizei geärgert und haben die Fahrtkosten von mir verlangt. Eines Tages kam ich nach Hause und fand die Wohnungstür aufgebrochen vor, die Wohnung war verwüstet und der Fernseher war gestohlen. Am folgenden Tag haben sie Wasser vor meiner Wohnungstür ausgegossen, dass wegen der großen Kälte zu Eis gefroren war. Daraufhin hat sich die ganze deutsche Nachbarschaft über mich beim Hausbesitzer beschwert. Als an einem anderen Tag die Wohnungstür erneut aufgebrochen worden war, habe ich erfahren, dass es diesmal der Hausbesitzer gewesen war. Damit mir nichts Schlimmeres passiert, wohne ich jetzt woanders. Nach einigen Tagen bin ich zur Wohnung gegangen, um ein paar wichtige Unterlagen abzuholen. Nach dem Verlassen der Wohnung, so 130 bis 150 Meter von der Hauptstrasse entfernt, sind deutsche rassistische Jugendliche, mit sportlich kurzgeschnittenem Haar, von allen Seiten auf mich zugerannt. Als ich das bemerkte bin ich schnell zum Taxistand gelaufen und stieg dort in ein Taxi. Ich sagte einem links-alternativ aussehendem Taxifahrer er solle schnell abfahren. In dem Bezirk, in dem ich wohne, sind viele deutsche arbeitslose Jugendliche. Neo-Faschistische Organisationen können diese Jugendlichen sehr einfach organisieren. Früher griffen Neonazis die AusländerInnen an der Bushalte, in der U-Bahn oder auf der Straße an. Jetzt greifen sie uns schon in Wohnungen an. Bei solchen Aktionen sollte die fortschrittliche Öffentlichkeit empfindlicher reagieren und die AusländerInnen noch mehr auf der Hut sein. Antifaschistische und fortschrittliche Deutsche müssen gegen die Institutionen des deutschen Staates, die zur Ausländerfeindlichkeit aufhetzen und den deutschen Rassismus wieder auf die Bühne treten lassen kämpfen und das müssen Ausländer natürlich auch tun. Kurz vor dem Jahre 2000 verbreiten die Institutionen des bürgerlichen Staates durch ihre Medien den Rassismus. Der Kampf dagegen ist eine Aufgabe von uns allen.

Überfall in der U-Bahn in Berlin-Wedding

In Flugblättern und Schriften der verschiedenen deutschen neofaschistischen Organisationen wird Hetze gegen ausländische Mitbürger betrieben. Doch es bleibt nicht „nur“ bei den Forderungen wie "Ausländer raus" -"Deutschland den Deutschen". Es kommt zu organisierten Angriffen auf AusländerInnen. Das folgende Beispiel zeigt mit welcher Brutalität Neonazis vorgehen.

Die Situation: Die U-Bahn Alt-Mariendorf hält an der U-Bahn Station Wedding. Es ist circa 20.00 Uhr. Im ersten Waggon sitzen ungefähr 10 Menschen. Zwei Türen des Waggons werden geöffnet. In der einen Tür erscheinen drei Jugendliche im Alter von 17 bis 20 Jahren, kurzgeschnittene Haare. Zur zweiten Tür kommen zwei circa 25 jährige Glatzköpfe herein. Alle sind militärisch gekleidet. Sie schließen selbst die Türen und machen durch Schläge und Tritte gegen die Türen die Fahrgäste auf sich aufmerksam. Als die U-Bahn anfährt holt einer der Glatzköpfe ein Stilett aus seiner Armeejacke, streicht mit den Fingern darüber und schaut die Fahrgäste abfällig an. Gleichzeitig zeigen zwei der Jüngeren, die an der anderen Tür stehen, drohend umgebogene Gabeln. Der dritte geht schnell auf eine sitzende circa 40-jährige ausländische Frau zu und reißt ihr das Kopftuch vom Kopf. Die Frau unternimmt rufend Versuche, ihr Kopftuch wieder zu bekommen. Währenddessen schreit der Jungnazi „Ausländermist“, „Ausländerpack“, „Scheiß Ausländer - geht dahin, wo ihr her gekommen seid“, „Schweine“ usw. Als die ausländische Frau an seinen Arm fasst, dreht er ihren Arm soweit auf ihren Rücken, dass sie den Oberkörper nach unten beugen muss. Nun traktiert der Jungnazi die Frau mit seinem Knie. Immer wieder zieht er es mit voller Wucht hoch und trifft sie mit harten Tritten hauptsächlich im Gesicht. Sie blutet und ruft ununterbrochen nach Hilfe. Doch die anderen Fahrgäste haben sich von der Situation abgewandt und befinden sich im hinteren Teil des Waggons. Dort werden sie von den beiden anderen Jungnazis mit den gebogenen Gabeln bedroht. Die beiden älteren glatzköpfigen Neonazis scheinen alles zu beobachten. Eine jüngere ausländische Frau, die auf ihrem Platz sitzengeblieben ist, springt auf und versucht den tretenden Neonazi von der Frau wegzuziehen. Er lässt von der älteren Frau ab, da er sich nun gegen den massiven Angriff der anderen Frau wehren muss. Sie tritt ihn mit den Beinen und ein gezielter Schlag von der Frau in sein Gesicht lässt ihn zu Boden stürzen, wahrscheinlich hatte er nicht mit so einer massiven Gegenwehr gerechnet. Nun eilen die beiden älteren Glatzköpfe herbei und packen die jüngere Frau an den Oberarmen. Sie wehrt sich weiterhin. Dann schlagen die Neonazis der Frau mit harten Schlägen ins Gesicht und stoßen sie, so dass sie stürzt. Die U-Bahn fährt in die Station ein. Die Neonazis gehen rasch zu den Eingangstüren und während die U-Bahn noch abbremst, springen sie aus dem fahrenden Zug. Wieder getrennt in zwei Gruppen, wie sie eingestiegen waren.

Aus diesem Bericht geht hervor, dass diese Aktion der Neonazis ein geplanter Angriff auf eine ausländische Mitbürgerin war. Mit System versuchen sie ihrer Forderung „Ausländer raus“ gewaltsam Nachdruck zu verleihen.