Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider und Prof. Dr. Jost Bauch. (Bild: Screenshot von youTube/Wissensmanufaktur)
Braunzone | AIB 121 / 4.2018 | 10.04.2019

Das „Studienzentrum Weikersheim“: Ein Instrument der AfD?

Im September 2018 lud das „Studienzentrum Weikersheim“ (kurz: SZW) unter dem Motto „Das Jahr 1918 und die Folgen“ zur 41. Jahrestagung auf Schloss Weikersheim (Main-Tauber/Baden-Württemberg). Volker Kempf, seit 2014 ein aktives Mitglied des Kreistags Breisgau-Hochschwarz­wald und Vorsitzender der "Alternative für Deutschland"-Kreistagsgruppe, wurde zum Vizepräsidenten des SZW gewählt. Damit verdichtet sich die personelle Nähe des SZW zur AfD zum wiederholten Mal. Schließlich pflegt die selbsternannte „Denkfabrik“ seit Jahren enge Verbindungen in die Neue und (extreme) Rechte.

Timo Büchner

Im September 2018 lud das rechte „Studienzentrum Weikersheim“ (SZW) zur Jahrestagung auf Schloss Weikersheim. Der AfD-Politiker Volker Kempf wurde zum Vizepräsidenten des SZW gewählt. Damit verdichtet sich die personelle Nähe des SZW zur AfD zum wiederholten Mal.

 (Bild: Screenshot youTube/Wissensmanufaktur)

(Foto: Christian Ditsch)
Braunzone | AIB 117 / 4.2017 | 28.02.2018

Die AfD im Bundestag

Der 24. September 2017 markiert eine Zäsur für die gesamte radikale Rechte in der Bundesrepublik. Mit der AfD zieht eine Partei in nie dagewesener Stärke in den Bundestag ein, die zahlreiche inhaltliche und personelle Schnittmengen zu den verschiedenen Schattierungen der radikalen Rechten hat und die ihre neue Rolle zur Stärkung eben dieser Rechten nutzen wird. Neben den medialen Geländegewinnen, mit denen die Themen der Rechten immer weiter Raum greifen und die politische Achse nach rechts verschoben wird, gibt es auch einen sehr direkten Mehrwert in Form der Partizipation an öffentlichen Finanzmitteln, die der Staat den Parteien und den im Bundestag vertretenen Fraktionen zugesteht. Wie ein schlechter Witz wirkt es da, dass der Bundesrat gegenwärtig den Ausschluss der NPD von der Parteienfinanzierung durchsetzen will, was als letzter „Erfolg“ des gescheiterten NPD-Verbotsverfahrens gilt und wofür extra das Grundgesetz geändert wurde.

Gerd Wiegel

Mit der AfD zieht eine Partei in nie dagewesener Stärke in den Bundestag ein, die zahlreiche inhaltliche und personelle Schnittmengen zu den verschiedenen Schattierungen der radikalen Rechten hat und die ihre neue Rolle zur Stärkung eben dieser Rechten nutzen wird. Neben den medialen Geländegewinnen gibt es auch einen sehr direkten Mehrwert in Form der Partizipation an öffentlichen Finanzmitteln.

Der AfD-Politiker Björn Höcke (links) und der rechte Verleger Götz Kubitschek auf der Frankfurter Buchmesse. (Foto: Protestfotografie Frankfurt)
Gesellschaft | AIB 117 / 4.2017 | 05.02.2018

Rechte Inszenierung auf der Frankfurter Buchmesse

Einen Tag nach den Tumulten bei der Frankfurter Buchmesse fällt das Fazit der Tageszeitung „Die Welt“ eindeutig aus. Was sich am Buchmesse-Samstag in Messehalle 4 abgespielt habe, sei nicht weniger als ein „Worst-Case-Szenario“, lässt Feuilleton-Redakteur Marc Reichwein seine Leser wissen. Für den Welt-Kommentator ist auch klar, wer für das Debakel die Verantwortung trägt. Niemand geringeres als „die Antifa“ habe versucht, einen Auftritt des thüringischen Landtagsfraktionschefs der AfD, Björn Höcke, zu „verunmöglichen“.

Danijel Majic

Einen Tag nach den Tumulten bei der Frankfurter Buchmesse fällt das Fazit der Tageszeitung „Die Welt“ eindeutig aus. Was sich am Buchmesse-Samstag in Messehalle 4 abgespielt habe, sei nicht weniger als ein „Worst-Case-Szenario“, lässt Feuilleton-Redakteur Marc Reichwein seine Leser wissen. Für den Welt-Kommentator ist auch klar, wer für das Debakel die Verantwortung trägt. Niemand geringeres als „die Antifa“ habe versucht, einen Auftritt des thüringischen Landtagsfraktionschefs der AfD, Björn Höcke, zu „verunmöglichen“.

(Bild: Faksimile aus "Junge Freiheit")
Braunzone | AIB 116 / 3.2017 | 26.12.2017

Das rechte Magazin "Cato"

Eine neues Magazin drängt auf den engen Markt rechter Zeitschriften: „Cato“. Ein publizistischer Frühling im Herbst? Das rechte Magazin „Cato“ verbindet konservative und rechte Lifestyle-Themen. In welcher Tradition steht es, wer sind die Macher und was die Inhalte? Ein Überblick.

Eine neues Magazin drängt auf den engen Markt rechter Zeitschriften: „Cato“. In welcher Tradition steht es, wer sind die Macher und was die Inhalte? Ein Überblick.

(Bild: Faksimile Junge Freiheit)
 

Philip Thaler (schwarzes Hemd) und Melanie Schmitz (schwarzes Oberteil) auf einer Veranstaltung der "Identitären Bewegung".
Braunzone | AIB 116 / 3.2017 | 01.12.2017

Ein identitäres Haus in Halle

Juni 2017: Auf den Seiten der rechten Initiative „Ein Prozent für unser Land“ und der rechten Zeitschrift „Sezession“ wird ein „Hausprojekt“ angekündigt. Neben dem „Institut für Staatspolitik“ (IfS) in Schnellroda und der „Bibliothek des Konservatismus“ in Berlin soll es einen weiteren Anlaufpunkt für die sogenannte ‚Neue Rechte‘ geben. Für Renovierung, Sicherheit und laufende Kosten wird um Spenden geworben. Es handelt sich um einen viergeschossigen Altbau in der Adam-Kuckhoff-Straße in Halle, direkt gegenüber des Steintorcampus der Martin-Luther-Universität. Mit Dorian Sch., Mario Müller, Melanie Schmitz und Florian M. will ein Großteil der Führungsriege der identitären „Kontrakultur Halle“ zukünftig dort wohnen und wirken.

Gastbeitrag von "Sachsen-Anhalt Rechtsaussen"

Halle ist mit einem rechten Hausprojekt in der Adam-Kuckhoff-Straße nunmehr Wirkungsort der sogenannten ‚Neuen Rechten‘. Als Vorbilder gelten Häuser der (neo)faschistischen „Casa Pound“ in Italien. Aus Sicht der ‚Neuen Rechten‘ stellt das „Identitäre Haus“ einen entscheidenden Schritt in dem von ihnen ausgerufenen „Kampf um die Köpfe” dar.
 

Valerio Benedetti (rechts) als Redner bei einer Veranstaltung. (Bildquelle: indymedia.org; CC-BY-NC-SA-2.0.DE)
Braunzone | AIB 115 / 2.2017 | 05.10.2017

Inspirierender Faschismus für eine neue Rechte?

Dass der Faschismus nicht immer mit dem Vorschlaghammer daherkommt, sollte hinlänglich bekannt sein. Auch die sich selbst als „Faschisten des dritten Jahrtausends“  bezeichnenden Gruppen aus Italien bedienen sich verschiedener Mittel und haben neben Anführern und Prügelgruppen auch einen Pool von Ideologen, die der menschenverachtenden Ideologie eine Rechtfertigung geben.

Gastbeitrag von Antifa-Recherche Ffm

Die sich selbst als „Faschisten des dritten Jahrtausends“  bezeichnenden Gruppen aus Italien haben auch einen Pool von Ideologen, die der menschenverachtenden Ideologie eine Rechtfertigung geben. In dieser Kontext fiel auch Valerio Benedetti, aufgeführt als Schriftsteller, ins Auge.

(Bildquelle: indymedia.org; CC-BY-NC-SA-2.0.DE)

Braunzone | AIB 115 / 2.2017 | 22.09.2017

Schlagkräftige rechte Netzwerke in Marburg?

In Marburg fand am 29. April 2017 der Landeskongress der AfD-Jugendorganisation "Junge Alternative" (JA) in Hessen statt. Ausgerichtet von der Burschenschaft Germania Marburg versuchten einige der Anwesenden, vermummt und zum Teil bewaffnet antifaschistische Recherchen gewaltsam zu unterbinden — und scheiterten grandios. Aber auch darüber hinaus stand das Treffen exemplarisch für das völkische Networking, welches die Burschen der Germania seit einigen Jahren betreiben.

Ein Gastbeitrag von stadt.land.volk.

In Marburg fand am 29. April 2017 der Landeskongress der AfD-Jugendorganisation "Junge Alternative" (JA) in Hessen statt. Ausgerichtet von der Burschenschaft Germania Marburg versuchten einige der Anwesenden, vermummt und zum Teil bewaffnet antifaschistische Recherchen gewaltsam zu unterbinden — und scheiterten grandios.
 

Auch die "Reichsbürger" verbreiten Verschwörungs-Ideologie. Hier ein Transpartent aus diesem Milieu auf einer "Merkel muss weg"-Veranstaltung in Berlin. (Foto: Paul Hanewacker)
Gesellschaft | AIB 114 / 1.2017 | 17.04.2017

German Angst

(Selbst-)Opfer und nationaler Wahn

Die Pläne für einen Massenaustausch der Bevölkerung sind längst geschrieben“ verkündete Beatrix von Storch am 8. Mai 2016 auf Twitter.1 Mit der Vorstellung, es gäbe eine Verschwörung gegen das „deutsche Volk“, die das Ziel habe, dieses auszutauschen und somit zu vernichten, ist die AfD-Politikerin nicht alleine. Die Folgen sind drastisch. Denn in diesen Szenarien steht nicht einfach irgendetwas auf dem Spiel, sondern der Fortbestand des „deutschen Volkes“ mit „deutschen Familien“ und „deutschen Werten“. Die Konsequenzen einer solchen Wahrnehmung sind entsprechend weitreichend. Vor allem ist es dem Opfer einer unprovozierten Aggression nach Gesetz und Moral gestattet, sich entsprechend zu wehren. Ein Angriff legitimiert die Anwendung von Mitteln der Selbstverteidigung, die sich an der Qualität der Aggression des Angreifenden orientieren.

Florian Eisheuer

Die Rationalisierung von Aggressionen gegen Geflüchtete und Politiker_innen als „Widerstand“ hat Konjunktur. Das „Selbst“, das es hier zu verteidigen gilt, ist in der vorliegenden Konstellation allerdings kein individuelles mehr, sondern ein kollektives. Das wehrhafte Individuum handelt nicht aus dem eigenen, unmittelbaren Selbsterhaltungstrieb heraus, sondern der Überlebenskampf wird aufs Völkisch-Ethnische projiziert. Strategien nationaler Selbstviktimisierung wirken sich durch die Identifizierung als Opferkollektiv, in dem alle „im selben Boot sitzen“, nicht nur stabilisierend nach innen, sondern auch nach außen aus. Die Grenzen zu den Feinden des „deutschen Volkes“, die das entsprechende Vernichtungsprogramm planten, könnten klarer nicht definiert sein.

  • 1. Beatrix von Storch;‏ twitter.com; @Beatrix_vStorch; 4:12 AM - 8 May 2016
Dem Aufruf der selbsternannten „Bewegung“ zu einer bundesweiten Demonstration am 17. Juni 2016 in Berlin folgten nur knapp 150 Personen.
Braunzone | AIB 113 / 4.2016 | 20.03.2017

Sind die „Identitären“ eine Bewegung?

Einen Tag, nachdem die „Identitären“ am 28. August 2016 das Brandenburger Tor erklommen und dort Transparente entrollt hatten, fand sich die Aktion auf den Titelseiten der Berliner Sonntagszeitungen wieder. Die ikonographische Inszenierung der „Identitären“ als „patriotische Jugendbewegung“ hatte ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht, die „Identitäre Bewegung“ (IB) war für den Augenblick medial omnipräsent.

Einen Tag, nachdem die „Identitären“ am 28. August 2016 das Brandenburger Tor erklommen und dort Transparente entrollt hatten, fand sich die Aktion auf den Titelseiten der Berliner Sonntagszeitungen wieder. Die ikonographische Inszenierung der „Identitären“ als „patriotische Jugendbewegung“ hatte ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht, die „Identitäre Bewegung“ (IB) war für den Augenblick medial omnipräsent.
 

Martin Sellner (Mitte) leitet zusammen mit seinem Bruder Thomas Sellner den Wiener „Verein zur Erhaltung und Förderung der kulturellen Identität“.
International | AIB 113 / 4.2016 | 24.02.2017

Identitäre Zentren

Alte Rechte neu aufgelegt …

Die „Identitären“ sind aktuell die aktivste Gruppe der außerparlamentarischen extremen Rechten in Österreich. Durch ein Diskursupdate mitsamt der Verbindung von Aktionismus, Pressearbeit und Merchandise versuchen sie sich seit ihrer Gründung 2012 als „Identitäre Bewegung“ (IB) zu inszenieren sowie ihre extrem rechte Ideologie, ihre Querverbindungen zum Neonazismus1 und ihre z.T. gewalttätigen Aktionen durch ihr popkulturelles Image zu legitimieren.

Gastbeitrag von "Recherche Graz"

Die „Identitären“ sind aktuell die aktivste Gruppe der außerparlamentarischen extremen Rechten in Österreich. Durch ein Diskursupdate mitsamt der Verbindung von Aktionismus, Pressearbeit und Merchandise versuchen sie sich seit ihrer Gründung 2012 als „Identitäre Bewegung“ (IB) zu inszenieren.
 

  • 1. Die IB kooperiert immer wieder mit neonazistischen Aktivisten. Neonazis nehmen z.B. an ihren Aktionen teil bzw. integrieren sich in IB-Strukturen. Patrick Lenart nahm 2012 an der geschichtsrevisionistischen Ulrichsbergfeier mit NS-Kameradschaftsverbänden teil. Martin Sellner entstammt der Neonazi-Szene um Gottfried Küssel und der Neonazi-Homepage alpen-donau.info. Edwin Hintersteiner war im dazugehörigen Forum als „Frundsberg“ aktiv. Alle drei sind Gründungsmitglieder und in der organisatorischen Leitung der IB.

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