Gesellschaft | AIB 100 / 3.2013 | 05.11.2013

Wessen Görli?

Verdrängung und Rassismus im öffentlichen Raum

Mediale »Sommerlöcher« werden traditionell mit Bedrohungsszenarien gefüllt, die nach repressiver Ordnungspolitik verlangen. Regelmäßig in den Fokus geraten dabei durch die Polizei als »kriminalitätsbelastet« eingestufte Orte. In diesem Zusammenhang wird immer wieder auch der Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg genannt. In den Jahren 2011 und 2012 wechselten sich Berichte über Roma, die zeitweilig im Park übernachten mussten und Artikel über Drogenverkäufer_innen, die angeblich den Aufenthalt im Grünen verunmöglichten, gegenseitig ab. Einen neuen Höhepunkt erreichte die Debatte um den Park in diesem Sommer. 

Verdrängung und Rassismus im öffentlichen Raum.

Foto: Ney Sommerfeld
Rassismus | AIB 100 / 3.2013 | 28.10.2013

Rassismus und Widerstand in Eisenhüttenstadt

Immer mehr Flüchtlinge wehren sich auf verschiedenste Art und Weise gegen die repressive Asylpolitik Deutschlands. Mit dem Protestmarsch im Herbst 2012 erreichte der Widerstand eine neue Dimension. Seitdem gab und gibt es auch regional immer wieder Aktionen gegen Abschiebung, Arbeitsverbot oder Residenzpflicht – wie zum Beispiel in Bitterfeld, Nürnberg, München, Würzburg, Hamburg, Berlin, Stuttgart oder Wien. Auch in der brandenburgischen Kleinstadt Eisenhüttenstadt gab es in den letzten Monaten verschiedene Protest­aktionen gegen die »Abschiebefabrik«.

Max Ringo für das »Netzwerk gegen Lager und Abschiebung in Eisenhüttenstadt«

Immer mehr Flüchtlinge wehren sich auf verschiedenste Art und Weise gegen die repressive Asylpolitik Deutschlands. Mit dem Protestmarsch im Herbst 2012 erreichte der Widerstand eine neue Dimension.

NS-Szene | AIB 100 / 3.2013 | 21.10.2013

Homophobie und die extreme Rechte

Homophobie ist ein als solcher wenig beachteter, aber zentraler Bestandteil extrem rechter Ideologie und ermöglicht es der extremen Rechten bis weit in die »gesellschaftliche Mitte« anschlussfähig zu sein. Die zentrale Stellung von Homophobie in extrem rechten Strukturen ist darauf zurückzuführen, dass sich die extreme Rechte auf ein traditionelles Familienideal stützt, dem die Annahme von Geschlechterdifferenz und Heterosexualität zu Grunde liegt. Die Ideologie beinhaltet eine patriarchale Ordnung, in deren Zentrum die heterosexuelle Familie steht. Diese wird als Keimzelle der herbeigesehnten »Volksgemeinschaft« verstanden, dessen Träger der deutsche »Volksgenosse« ist: Der Mann als Beschützer der Familie und »politischer Soldat« und die Frau als Mutter und Hüterin des Heims. Der Zugehörigkeit zur »Volksgemeinschaft« stand und steht der Ausschluss alles »Fremden« gegenüber. Diejenigen, die den Vorstellungen der »Volksgemeinschaft« nicht entsprechen, werden abgewertet, bedroht, ihre Existenz negiert oder vernichtet. Neben Migrant_innen, Geflüchteten, Jüdinnen und Juden sowie Linken werden Homo-, Inter- und Transsexuelle von der extremen Rechten als unnatürlich und »volksschädigend« stigmatisiert. Daraus ergibt sich eine politische Praxis, die auch Menschen zum Ziel rechter Gewalt macht, die sich nicht in die Matrix von Zweigeschlechtlichkeit und Heterosexualität einordnen lassen.

Homophobie ist ein als solcher wenig beachteter, aber zentraler Bestandteil extrem rechter Ideologie und ermöglicht es der extremen Rechten bis weit in die »gesellschaftliche Mitte« anschlussfähig zu sein.

Sitzung des NKFD, sitzend rechts: Erich Weinert, Präsident des Komitees, links daneben: General von Seydlitz. | Foto: Bundesarchiv; Bild 183-P0926-309 /CC BY SA 2.0
Geschichte | AIB 100 / 3.2013 | 20.10.2013

»Wild Bill« setzte auch auf Kommunisten

Das Nationalkomittee »Freies Deutschland« (NKFD) wurde am 12./13. Juli 1943 in Krasnogorsk bei Moskau gegründet. In ihm befanden sich sowohl Militärs der deutschen Wehrmacht, die sich in russischer Kriegsgefangenschaft offen gegen Nazideutschland positionierten, als auch deutsche kommunistische Emmigrant_innen.Das Nationalkomittee »Freies Deutschland« (NKFD) wurde am 12./13. Juli 1943 in Krasnogorsk bei Moskau gegründet. In ihm befanden sich sowohl Militärs der deutschen Wehrmacht, die sich in russischer Kriegsgefangenschaft offen gegen Nazideutschland positionierten, als auch deutsche kommunistische Emmigrant_innen.

Peter Fisch

Das Nationalkomittee »Freies Deutschland« (NKFD) wurde 1943 in Krasnogorsk bei Moskau gegründet.

(Foto: Bundesarchiv; Bild 183-P0926-309 /CC BY SA 2.0)

Faksimile aus der BILD-Zeitung. Der Titel bedient den Mythos vom »schwulen Nazi«.
Geschichte | AIB 100 / 3.2013 | 18.10.2013

Schwule Nazis

Die Konstruktion männlicher Homosexualität im Blick auf den Nationalsozialismus

Yves Müller

Die Konstruktion männlicher Homosexualität im Blick auf den Nationalsozialismus.

(Bild: Faksimile BILD-Zeitung)

Transparent von Pro Köln am Rande des CSD am 7. Juli 2013. (Bild: Website von Pro Köln, Screenshot vom 11.09.13.)
Braunzone | AIB 100 / 3.2013 | 16.10.2013

Homophobie im Rechtspopulismus

»Und dieser schwule Iditot [sic!] Volker Beck soll mir bloß aus dem Weg gehen«, twitterte mutmaßlich Pro Köln-Chef Markus Beisicht, nachdem ein Aufmarsch seiner Partei im November 2011 von Gegendemonstrant_innen blockiert wurde.

Yves Müller

Homophobie ist ein zentraler Bestandteil rechtspopulistischer Ideologie.

(Bild: Screenshot pro-koeln.org)

1.v.l. hinten Johannes Knoch, , 3.vl Marcel Ullrich, 3. v.r. Marc B., 2.v.r. hinten Thomas Düwell, unten links Sascha Braumann bei einem Combat & Survival Training 2002.
NS-Szene | AIB 100 / 3.2013 | 14.10.2013

Vom Kamerad zum Member?

Blood & Honour trifft die Hells Angels auf der »Nordachse«

Die Entwicklung der Strukturen des im Jahr 2000 verbotenen Netzwerkes von Blood & Honour (B&H) lässt sich auch für Rostock und Umgebung nachzeichnen. Bereits vor dem Verbot von B&H orientierten sich einige Mitglieder der Sektion Mecklenburg hin zum Rotlicht- und Rockermilieu. (Ehemalige) Aktive von B&H in Rostock, Hildesheim und dem Raum Magdeburg bilden bis heute ein Netzwerk mit hoher personeller Kontinuität. Dessen Spur führt seit nunmehr 15 Jahren in Wehrsportgruppen, in die völkische Artgemeinschaft, ins Tattoo-Business, in die Rockergruppe Hells Angels und das mutmaßliche Unterstützungsumfeld des NSU.
 

Blood & Honour trifft die Hells Angels auf der »Nordachse«.

Cetniks mit Soldaten der deutschen Wehrmacht in Serbien.
International | AIB 100 / 3.2013 | 13.10.2013

Von Kollaboration und Rehabilitierung

»Wer die Vergangenheit kontrolliert,
kontrolliert die Zukunft:
wer die Gegenwart kontrolliert,
kontrolliert die Vergangenheit.«

George Orwell

Jelena Durcinovic, Übersetzung: Ulysses

Geschichte als Wissenschaft ist ständiger Revision ausgesetzt, die revisionistische Geschichtsschreibung ist dagegen konstant von politisch motivierter Neuschreibung der Geschichte geprägt. In ehemals sozialistischen Ländern wird der Sozialismus stets revisionistisch neuinterpretiert und stigmatisiert.

Die Vorsteherin des Departements Gesundheit und Soziales im Kanton Aargau/Schweiz, Susanne Hochuli (rechts), will Asylsuchenden in der Schweiz "nicht den roten Teppich auslegen". Hier mit dem deutschen Minister Peter Friedrich (links) bei einem Treffen am 6. Juni 2012 in der Villa Reitzenstein in Stuttgart. (Foto: flickr.com; Landesregierung Baden-Württemberg/CC BY-NC-ND 2.0)
International | AIB 100 / 3.2013 | 11.10.2013

Schwimmbadverbot für Asylbewerber_innen in der Schweiz

In 32 Zonen in Bremgarten (Schweiz) sollen sich Asylsuchende nicht aufhalten.

(Foto: flickr.com; Landesregierung Ba-Wü/CC BY-NC-ND 2.0)

(Bild: Screenshot von youtube.com/euronews)
International | AIB 100 / 3.2013 | 09.10.2013

Verurteilung nach rassistischer Mordserie in Ungarn

Eine Gruppe von Neonazis zündet von Roma bewohnte Häuser an und schießten anschließend auf die Flüchtenden.

(Bild: Screenshot youtube.com/euronews)

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