(Foto: Christian Ditsch)
Antifa | Internetartikel | 03.08.2021

Rechte Gesinnungsmörder

Dieser Text ist entstanden im Rahmen von Diskussionen, die wir als antifaschistische Gruppe zu einer von uns demnächst geplanten Kampagne führen und bei der uns die Klärung von Fragen nach neuen Phänomenen rechter Morde und rechter Mörder umgetrieben hat. In der Kampagne „Die Bürokratie des Bösen. Niemand muss Ausländerbehörde sein!“ wird voraussichtlich im Sommer diesen Jahres ein längerer Text von uns erscheinen, in dem wir uns mit antifaschistischen Perspektiven auf staatlichen Rassismus beschäftigen. Wir glauben, dass es einen „neuen Typus“ von rechten Mördern und von rechten Mord-Taten gibt, über den und die innerhalb der Antifa Bewegung eine schweigende Ratlosigkeit, Orientierungslosigkeit und damit verbundene Handlungsunfähigkeit vorherrscht. Mit diesem Beitrag wollen wir eine Diskussion innerhalb der Antifa Bewegung anstoßen, die neben der Bezeichnung und analytischen Bestimmung auch praktische Fragen umfassen soll. Wir schlagen zur Kennzeichnung dieses neuen Typus‘ die Bezeichnung „rechte Gesinnungsmörder“ vor, die wir von den klassischen Neonazis unterscheiden.

Debattenbeitrag: Antifaschistische Linke International >A.L.I.<

Debattenbeitrag: Antifaschistische Linke International >A.L.I.<

(Foto: Recherche Netzwerk Berlin)
Braunzone | AIB 130 / 1.2021 | 27.07.2021

Völkische Symbole und rechte Bündnisse auf Bauernprotesten

Am 25. Januar 2021 machten sich Landwirt_innen aus ganz Deutschland in ihren Traktoren auf den Weg nach Berlin, um gegen niedrige Preise im Lebensmitteleinzelhandel und diverse Umwelt- und Naturschutzauflagen zu protestieren. Es gab Mahnwachen, Treffen mit Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Traktorkorsos durch die Stadt. Was ursprünglich für eine Woche geplant war, lief bis weit in den Februar hinein. 

Animal Climate Action

Unter dem Schlagwort „Bauernproteste“ wird auf die schwierige ökonomische Situation der Landwirt_innen aufmerksam gemacht. Dies erscheint als ein legitimes Anliegen. Doch es lohnt sich, genau hinzuschauen, denn rechte, rechts-offene sowie verschwörungsideologische Tendenzen werden in der jungen Bewegung immer stärker.

Wolfgang Thierse, von 1990 bis 2013 Abgeordneter und von 1998 bis 2005 Präsident des Deutschen Bundestages, sieht sich als „Symbol der normalen Menschen“. (Foto: Christian Ditsch)
Diskussion | AIB 130 / 1.2021 | 26.07.2021

Identitätspolitik: Um was es eigentlich geht

Wolfgang Thierse hat sich medienwirksam dem Kreuzzug gegen „die identitäre Linke“ angeschlossen. Mit Vorwürfen, die schon lange von Francis Fukuyama und anderen rechts-libertären vorgebracht werden, mischt sich Hartz-IV-Befürworter Thierse als vermeintliches „Symbol der normalen Menschen“ in die Diskussion um Identitätspolitik ein. Es ist der Versuch eines Schulterschlusses zwischen rechten und linken „Normalen“ gegen an den Gesellschaftsverhältnissen rüttelnden „Anderen“. Es ist der Versuch, die politische „Linke“ in Deutschland zu „skandinavisieren“, also durch national-populistische Rhetorik und menschenverachtende Zuwanderungspolitik die „einfachen Leute“ wieder ins „linke“ Boot zu holen.

Debattenbeitrag von Felix Heese

Wolfgang Thierse hat sich medienwirksam dem Kreuzzug gegen „die identitäre Linke“ angeschlossen. Mit Vorwürfen, die schon lange von Francis Fukuyama und anderen rechts-libertären vorgebracht werden, mischt sich Hartz-IV-Befürworter Thierse als vermeintliches „Symbol der normalen Menschen“ in die Diskussion um Identitätspolitik ein.

Die Autoren und Musiker Hannes Loh und Murat Güngör. (Foto: Sebastian Meissner)
Gesellschaft | AIB 130 / 1.2021 | 25.07.2021

HipHop, Migration und Empowerment

In diesem Text werden die kulturellen Empowerment-Strategien der ersten Einwandergeneration (der „Gastarbeiter“) in einen Zusammenhang mit der Entwicklung von HipHop in Deutschland gebracht. Dies soll helfen, „deutschen Gangsta-Rap“ einzuordnen und den Einfluss von Migrationserfahrung, Marginalisierung und die daraus erwachsenden Konzepte der Selbstermächtigung besser zu verstehen. Dabei beschränkt sich dieser Artikel auf die Empowerment-Strategien junger Männer, wohlwissend, dass es in diesem Zusammenhang auch eine Geschichte weiblicher Selbstermächtigung gibt.

Murat Güngör und Hannes Loh

In diesem Text werden die kulturellen Empowerment-Strategien der ersten Einwandergeneration in einen Zusammenhang mit der Entwicklung von HipHop in Deutschland gebracht. Dies soll helfen, „deutschen Gangsta-Rap“ einzuordnen und den Einfluss von Migrationserfahrung, Marginalisierung und die daraus erwachsenden Konzepte der Selbstermächtigung besser zu verstehen.

Inger Støj­berg und der damalige österreichische Außenminister Sebastian Kurz 2016 in Wien. (Bild: Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres, Foto: Dragan Tatic; CC BY 2.0)
Rassismus | AIB 130 / 1.2021 | 24.07.2021

Dänemark: Staatlicher Rassismus vor Gericht

Ab dem 2. September 2021 wird sich die ehemalige „Ministerin fuer Auslaender og Integration“ in Dänemark, Inger Støj­berg, vor Gericht verantworten müssen. Im Jahr 2016 gab Støjberg per Pressemitteilung die Anordnung, minderjährig Verheiratete in den dänischen Asyllagern konsequent zu trennen. Dies ohne eine vorherige Einzelfallprüfung vorzunehmen, wie es die internationalen Konventionen vorschreiben. Nach mehreren Anhörungen und einem Untersuchungsauschuss fand sich schlussendlich eine parlamentarische Mehrheit, um ein sogenanntes Reichsgerichtsverfahren gegen Støjberg in die Wege zu leiten.

Ab September 2021 wird sich die ehemalige „Ministerin fuer Auslaender og Integration“ in Dänemark, Inger Støj­berg, vor Gericht verantworten müssen. Im Jahr 2016 gab Støjberg per Pressemitteilung die Anordnung, minderjährig Verheiratete in den dänischen Asyllagern konsequent zu trennen.

(Foto: Dragan Tatic; CC BY 2.0)

Der Neonazi Peter Werner Schlappal (2.v.l.) war Ordner bei dieser Neonazi-Demonstration.
NS-Szene | AIB 130 / 1.2021 | 24.07.2021

30 Jahre nach dem Mord an Samuel Yeboah in Saarlouis

Am 19. September 1991 starb Samuel Kofi Yeboah durch einen rassistischen Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft im saarländischen Saarlouis. Zwei weitere Menschen wurden schwer verletzt. Nachdem die Saarbrücker Staatsanwaltschaft die Ermittlungen nach nur einem Jahr ergebnislos eingestellt hatte, gibt es jetzt, fast 30 Jahre später, einen Verdächtigten: den heute 49-jährigen Peter Werner Schlappal, eine der damaligen Führungsfiguren der örtlichen Neonaziszene.

Vasilija Schaad

Am 19. September 1991 starb Samuel Kofi Yeboah durch einen rassistischen Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft im saarländischen Saarlouis. Zwei weitere Menschen wurden schwer verletzt. Nachdem die Saarbrücker Staatsanwaltschaft die Ermittlungen nach nur einem Jahr ergebnislos eingestellt hatte, gibt es jetzt, fast 30 Jahre später, einen Verdächtigten: den heute 49-jährigen Peter Werner Schlappal, eine der damaligen Führungsfiguren der örtlichen Neonaziszene.

Wer hat schon mal eine Babytaube gesehen? Das beweist, eine Theorie der Verschwörungsgläubigen: Bill Gates und „die Regierungen“ haben Covid 19 und das „Stay Home“ erfunden, damit sie unbemerkt die Batterien der Tauben auswechseln können. Denn John F. Kennedy wurde von der CIA ermordet, da er sich weigerte, Milliarden von Vögeln töten zu lassen, damit diese durch Drohnen ersetzt werden. Diese vogelähnlichen Drohnen wurden von Boeing-Ingenieuren in der Area 51 entwickelt, um die Menschheit unauffällig überwachen zu können.
Gesellschaft | AIB 130 / 1.2021 | 20.07.2021

Die Deutsche Rapszene: Ein luftleerer Raum für Verschwörungsglauben?

Verschwörungsmythen sind auf dem Vormarsch. Spätestens, seit die sogenannten Querdenker regelmäßig aufmarschieren, ist dieses Thema vollends ins Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit gerutscht. „Spiegel TV“ füllt gefühlte 70 Prozent ihres Programms mit seicht unterhaltsamem Content über diese Spinner:innen; Memes und Satire florieren. Doch Verschwörungstheorien, wie man sie damals noch nannte, bevor man den wissenschaftlich definierten Terminus „Theorie“ durch die zutreffendere Bezeichnung „Mythos“ ersetzte, kursieren schon lange großflächig, wenn auch bisher als blinder Fleck der medialen Berichterstattung. Bei genauerer Betrachtung ist nicht nur das Thema ein alter Hut, sondern auch die damit verbundenen Kontroversen und Konflikte sind nicht neu.

Till „Skinny“ Arndt

In der HipHop-Szene beispielsweise werden derlei Debatten schon seit geraumer Zeit mehr oder weniger offen ausgetragen. Rapper:innen saßen schon vor Jahren in Interviews und Podcasts, in denen sie ungehindert über den wahren Ursprung der Pyramiden, die Strippenzieher des Bankenwesens und natürlich 9/11 „philosophierten“. Davon ist dann gerne die Rede, wenn Rapper:innen sich doch mal für derlei wackelige Exkurse rechtfertigen sollen. Es werde doch nur ein bisschen geschnackt und mit Gedanken herumgespielt – das könne doch nicht verwerflich sein.

Geflüchtete trainieren in Bunkerruinen im Lager Karatepe auf Lesbos. Das Lager, dass von den Bewohner:innen auch Moria 2 genannt wird, wurde auf einem Truppenübungsplatz errichtete. Das Training ist selbstorganisiert, da der Verein nicht im Lager aktiv sein will.
Rassismus | AIB 130 / 1.2021 | 14.07.2021

Lesbos: „Yoga and Sport with Refugees“

Das Kollektiv „Konfront Streetwear“ und „Less Talk Athletics“ haben die Spendenkampagne „Martial Arts with Refugees“ gestartet, um damit den Verein „Yoga and Sport with Refugees“ (YSR) in Griechenland durch Sach- und Geldspenden zu unterstützen. Auf Lesbos trafen sie sich mit Nina und Mussa von YSR für ein Interview. Dabei ging es nicht nur um die konkreten Aktivitäten vor Ort, sondern auch um das Leben und die Schwierigkeiten von Geflüchteten im Lager und was dies für die gemeinsame Arbeit bedeutet.

Interview von Konfront-Streetwear.de

Das Kollektiv „Konfront Streetwear“ und „Less Talk Athletics“ haben die Spendenkampagne „Martial Arts with Refugees“ gestartet, um damit den Verein „Yoga and Sport with Refugees“ (YSR) in Griechenland zu unterstützen. Auf Lesbos trafen sie sich mit Nina und Mussa von YSR für ein Interview.

International | Internetartikel | 14.07.2021

Türkische Expansionspolitik und antifaschistische Verantwortung

Ein Bericht der Friedensdelegation in Südkurdistan / Nordirak.

Gastbeitrag von Wanja Musta (Delegationsteilnehmer und VVN-BdA Mitglied)

Gespräche über einen Anschlag auf ein Partei-Büro in der Türkei, Gespräche mit Hinterbliebenen von Drohnenangriffen, Beschattung durch Geheimdienste, Festsetzung durch Militär und Ausreiseverbote mit Verhören: Das sind Ereignisse die eine Friedensdelegation im Juni 2021 in Südkurdistan, Nordirak erlebte.

Michael Z. trat als Redner beim „Rock gegen Überfremdung“ am 27. Juli 2017 in Themar für das „Kollektiv56“ auf. (Bild: Recherche Nord)
NS-Szene | AIB 130 / 1.2021 | 12.07.2021

Neonazi-Überfall auf das AJZ in Erfurt bleibt straffrei

Am 5. Mai 2016 überfiel etwa ein Dutzend Neonazis aus dem Umfeld des militanten „Kollektiv 56“ das „Autonome Jugendzentrum“ (AJZ) in Erfurt und griff die anwesenden Gäste mit Pfefferspray und Flaschen an. Viereinhalb Jahre später müssen sich lediglich zwei mutmaßliche Täter vor Gericht verantworten und bleiben straffrei.

Gastbeitrag von „k56 aufdecken“

Am 5. Mai 2016 überfiel etwa ein Dutzend Neonazis aus dem Umfeld des militanten „Kollektiv 56“ das „Autonome Jugendzentrum“ (AJZ) in Erfurt und griff die anwesenden Gäste mit Pfefferspray und Flaschen an. Viereinhalb Jahre später müssen sich lediglich zwei mutmaßliche Täter vor Gericht verantworten und bleiben straffrei.

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