Ekkehard Weil in Westberlin vor Gericht. (Bild: Screenshot von YouTube/AP)
NS-Szene | AIB 6 / 1.1989 | 01.04.1989

Das Umfeld des Berliner Neonazi-Terroristen Ekkehard Weil

Ekkehard Weil (40) wurde von der Westberliner Polizei als Tatverdächtiger für eine antisemitische Denkmalschändungen vom 7. Januar 1989 ermittelt. Als Käuferin der Schweinekopfhälften soll die 28-jährige Pia B.1 durch Zeugen wiedererkannt worden sein.

Ekkehard Weil (40) wurde von der Westberliner Polizei als Tatverdächtiger für eine antisemitische Denkmalschändungen vom 7. Januar 1989 ermittelt. Als Käuferin der Schweinekopfhälften soll die 28-jährige Pia B. durch Zeugen wiedererkannt worden sein.

(Bild: Screenshot YouTube/AP)
 

  • 1. Bei Pia B., handelt es sich um die Ehefrau von dem Berliner Neonazi Günter Bernburg.

AIB 6 | 1.1989

Doppelnummer 6/7

(nicht mehr lieferbar)

Andreas Pohl von der NF (links) und Thomas Salomon von der NPD.
NS-Szene | AIB 5 / 5.1988 | 18.01.1989

„Koalitionstreffen“ West-Berliner Neonazis verhindert

Am Sonntag, den 2. Oktober 1988 verhinderten etwa 100 AntifaschistInnen eine Veranstaltung von führenden West-Berliner Neonazis und rechten Funktionären aus fast allen ihren Verbänden. Die personelle Zusammensetzung dieses Treffens ist ein weiterer Beleg für die enge Zusammenarbeit von „Die Republikaner“ (REPs) bis zu den militanten Neonazis aus der „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ (FAP) und der „Nationalistischen Front“ (NF).

Hinter den Kulissen

Thomas Salomon aus dem NPD-Bundesvorstand (Beisitzer) soll die Veranstaltung angemeldet haben. Als Hauptredner der Veranstaltung zum "50. Jahrestag des Münchener Abkommens" damit der besiegelte "Wiederangliederung Sudetendeutschlands" an das „3. Reich“ stand der NPD-Funktionär Rolf Kosiek auf dem Programm. Der Mitarbeiter des einschlägigen „Grabert Verlag“ ist u.a. für ein "Instituts für deutsche Nachkriegsgeschichte" des Grabert Verlages als Leiter tätig.

Theo Pinkus 1940 beim Büchersuchdienst. (Foto: Stiftung Studienbibliothek zur Geschichte der Arbeiterbewegung)
Geschichte | AIB 5 / 5.1988 | 18.01.1989

Interview mit Theo Pinkus

Wir denken, daß es wichtig ist sich mit der Geschichte der Arbeiterbewegung und des Faschismus auseinanderzusetzen, daß „aus der Geschichte lernen“ auch „aus der Geschichte vermitteln“ heißt. Wenn wir heute in unseren Kämpfen als AntifaschistInnen auf Parallelen zu den antifaschistischen Kämpfen von vor 1933 stoßen, stoßen wir auch auf die Fehler, die in den Kämpfen damals gemacht worden sind bzw. heute gemacht werden. Deshalb sprachen wir im Frühjahr 1988 mit Theo Pinkus. Theo wurde 1909 in Zürich geboren und kam 1927 nach Berlin, wo er als Lehrling beim Rowohlt Verlag arbeitete. Später wurde er Mitarbeiter Willi Münzenbergs für die Öffentlichkeitsarbeit bei der „AIZ“, der „Arbeiter-Illustrierten Zeitung“. 1933 wurde er als Jude und Kommunist aus Deutschland ausgewiesen. Zurück in der Schweiz organisierte er nach fünfjähriger Tätigkeit im kommunistischen Pressedienst „Runa“ 1940 als Buchhändler einen „Büchersuchdienst“ für die von den Nazis verbrannte Literatur und hatte Kontakt zu vielen Emigranten. Wir sprachen mit Theo über das Aufkommen des Faschismus damals, und über die Situation heute, das Anwachsen des Neonazismus vor allem bei jungen Menschen. Einige Antworten Theos auf unsere Fragen wollen wir hier in Auszügen veröffentlichen.

Interview mit dem Antifaschisten und Kommunisten Paul Theodor „Theo“ Pinkus.
 

Der Berliner REP-Chef und Polizeibeamte Bernhard Andres. (Foto: Screenshot YouTube/SFB)
Gesellschaft | AIB 5 / 5.1988 | 17.01.1989

Westberlin Chronologie 1988

Hier wollen wir in chronologischer Form über rechte Aktionen und Neonaziaktivitäten und antifaschistische (Gegen)Aktionen berichten. Um einen möglichst vollständigen Überblick geben zu können, bitten wir euch um Unterstützung. Wenn ihr z. B. Neonazi- oder Neonazi-Skinheadheadüberfälle beobachtet habt oder in euren Bezirken, an Schulen und in euren Betrieben verstärkt neonazistisches Propagandamaterial und Schmierereien auftauchen, schreibt uns eine kurze Notiz (wer/was/wann/wo) an unsere Kontaktadresse oder wendet euch an das antifaschistische Nottelefon (6921599).

Hier wollen wir in chronologischer Form über rechte Aktionen und Neonaziaktivitäten und antifaschistische (Gegen)Aktionen berichten.

(Foto: Screenshot YouTube/SFB)
 

(Bild: Screenshot YouTube/Tagesschau)
NS-Szene | AIB 5 / 5.1988 | 15.01.1989

Neonazi-Angriffe bei Anti-IWF-Protesten

Neonazistische Provokationen und Angriffe während der Aktionstage gegen IWF und Weltbank im Sommer 1988 in West-Berlin.

Neonazistische Provokationen und Angriffe während der Aktionstage gegen IWF und Weltbank im Sommer 1988 in West-Berlin.

(Bild: Screenshot YouTube/Tagesschau)

Carsten Pagel bei einem Fernsehauftritt als Berliner REP-Pressesprecher. (Bild: Screenshot SFB/YouTube)
Braunzone | AIB 5 / 5.1988 | 09.01.1989

Westberlin: Proteste gegen Republikaner

Die Berline Republikaner unter der Leitung von Bernhard Andres und Alexandra Kliche organisieren in Westberlin zunehmend Treffen und Veranstaltungen. Am 21. Juni 1988 führten die REPs eine Mitgliederversammlung in Tempelhof durch und beschlossen den Wahlantritt in Westberlin. Am 20. August 1988 folgte im ICC-Berlin der REP-Landesparteitag. Gegen das Auftreten der REPs formiert sich jedoch auch Widerstand.

In Westberlin treten die REPs an die Öffentlichkeit. AntifaschistInnen organisieren Proteste dagegen.

(Bild: Screenshot SFB/YouTube)
 

NS-Szene | AIB 5 / 5.1988 | 07.01.1989

Hannover: Angriffe von Rassisten und Gegenwehr

Eine „Große Anfrage“ der Fraktion der Partei "Die Grünen" in Hannover Anfang des Jahres 1988 zur „Verwicklung niedersächsischer Sicherheitsorgane in sowie ihre Kenntnis über Straftaten der neonazistischen Szene von „FAP" und „EK 1"1 sollte Klarheit bringen. Eine Reihe von Prozessen gegen Mitglieder neonazistischer Organisationen wie der „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ (FAP) oder der „Sport- und Sicherheitskameradschaft EK 1“ (EK 1) warfen in den vergangenen Monaten ein Schlaglicht auf die zunehmende Gefährlichkeit der militanten Neonazi-Szene in Hannover.

In Hannovers Innenstadt kam es in den vergangenen Monaten wiederholt zu massiven Angriffen von rassistischen Skinheads und Neonazis auf MigrantInnen. Mittlerweile wehren sich jedoch die Betroffenen.

  • 1. Niedersächsischer Landtag, Drucksache 11/2036
Der rechte Skinhead Laden "Halloween" als Label der Band "The Voice".
NS-Szene | AIB 5 / 5.1988 | 04.01.1989

Prügelei mit Neonazis beim "Angelic Upstarts"-Konzert in Westberlin

Bei einem Konzert im Oktober 1988 im Westberliner „Quartier Latin“ (Potsdamer Strasse), auf dem unter anderem auch die englische Band „Angelic Upstarts“ spielte, waren auch Anhänger des „Fussball-Fanclub“ des Hertha BSC Berlin mit dem Eigennamen „Endsieg“1 als Ordner tätig. Auch einige Berliner Neonazis wie Andreas Pohl und Christian F. aus der "Nationalistischen Front" (NF) werden der "Endsieg"-Gruppe zugerechnet. AntifaschistInnen erkannten einige der Anwesenden als Beteiligte an Neonaziüberfällen wieder und es entwickelte sich eine größere Schlägerei. Ein wieder erkannter Neonazi sollte hierbei aus dem Vorraum des „Quartier Latin“ hinausbefördert werden, doch daraufhin gingen circa 40 Neonazis und Hooligans auf die circa fünfzehn AntifaschistInnen los. Unter ihnen auch der im AIB bereits erwähnte Neonazi Thomas K.. Die AntifaschistInnen konnten die Angriffe abwehren. Am nächsten Tag berichtete die Presse von „Autonomen, die das Konzert angegriffen“ hätten. Hierzu zitieren wir aus folgender - uns anonym zugeschickten - Klarstellung von Leuten („Antifaschistische Arbeiterinnen und Arbeiter“), die bei dem Konzert ebenfalls anwesend waren. Die Fußnoten sind nicht im Originaltext enthalten, sondern vom AIB.

Gastbeitrag „Antifaschistische Arbeiterinnen und Arbeiter“

"Am Freitag den 8. Oktober gab es im Zusammenhang mit dem Konzert im Quartier -  wo folgende Musikgruppen spielten:  „The What... For!“ und „the Voice“ (Berlin) und „Angelic Upstarts“ (England) - Auseinandersetzungen zwischen AntifaschistInnen und Neonazis. In der Kreuzberger Gerüchteküche und in der bürgerlichen Presse wird die Auseinandersetzung auf eine Schlägerei zwischen „Autonomen“ und „Skinheads“ reduziert.

  • 1. Vgl. Antifaschistisches Infoblatt Nr. 4
Franz Schönhuber und Klaus Weinschenk (rechts) bei der ersten REP Versammlung Mitte Juli 1987 in Westberlin.
Braunzone | AIB 4 / 4.1988 | 31.12.1988

Westberlin: Die „Eroberung der Reichshauptstadt“ durch die REPs?

Mit der Parole von der „Eroberung der Reichshauptstadt Berlin durch die Republikaner“ (REPs) kündigte Franz Schönhuber am 14. Juli 1987 vor dem Reichtagsgebäude die Gründung eines Westberliner Landesverbandes an. Vielmehr konnte er nicht verkünden. Einige hundert entschlossene AntifaschistInnen setzen der ersten REP-Kundgebung in Westberlin ein vorzeitiges Ende. Die Republikaner und ihre Sympathisanten mußten den Platz der Republik unter massivem Polizeischutz verlassen.

Mit der Parole von der „Eroberung der Reichshauptstadt Berlin durch die Republikaner“ (REPs) kündigte Franz Schönhuber am 14. Juli 1987 vor dem Reichtagsgebäude die Gründung eines Westberliner Landesverbandes an.

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