NS-Szene | AIB 5 / 5.1988 | 07.01.1989

Hannover: Angriffe von Rassisten und Gegenwehr

Eine „Große Anfrage“ der Fraktion der Partei "Die Grünen" in Hannover Anfang des Jahres 1988 zur „Verwicklung niedersächsischer Sicherheitsorgane in sowie ihre Kenntnis über Straftaten der neonazistischen Szene von „FAP" und „EK 1"1 sollte Klarheit bringen. Eine Reihe von Prozessen gegen Mitglieder neonazistischer Organisationen wie der „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ (FAP) oder der „Sport- und Sicherheitskameradschaft EK 1“ (EK 1) warfen in den vergangenen Monaten ein Schlaglicht auf die zunehmende Gefährlichkeit der militanten Neonazi-Szene in Hannover.

In Hannovers Innenstadt kam es in den vergangenen Monaten wiederholt zu massiven Angriffen von rassistischen Skinheads und Neonazis auf MigrantInnen. Mittlerweile wehren sich jedoch die Betroffenen.

  • 1. Niedersächsischer Landtag, Drucksache 11/2036
Der rechte Skinhead Laden "Halloween" als Label der Band "The Voice".
NS-Szene | AIB 5 / 5.1988 | 04.01.1989

Prügelei mit Neonazis beim "Angelic Upstarts"-Konzert in Westberlin

Bei einem Konzert im Oktober 1988 im Westberliner „Quartier Latin“ (Potsdamer Strasse), auf dem unter anderem auch die englische Band „Angelic Upstarts“ spielte, waren auch Anhänger des „Fussball-Fanclub“ des Hertha BSC Berlin mit dem Eigennamen „Endsieg“1 als Ordner tätig. Auch einige Berliner Neonazis wie Andreas Pohl und Christian F. aus der "Nationalistischen Front" (NF) werden der "Endsieg"-Gruppe zugerechnet. AntifaschistInnen erkannten einige der Anwesenden als Beteiligte an Neonaziüberfällen wieder und es entwickelte sich eine größere Schlägerei. Ein wieder erkannter Neonazi sollte hierbei aus dem Vorraum des „Quartier Latin“ hinausbefördert werden, doch daraufhin gingen circa 40 Neonazis und Hooligans auf die circa fünfzehn AntifaschistInnen los. Unter ihnen auch der im AIB bereits erwähnte Neonazi Thomas K.. Die AntifaschistInnen konnten die Angriffe abwehren. Am nächsten Tag berichtete die Presse von „Autonomen, die das Konzert angegriffen“ hätten. Hierzu zitieren wir aus folgender - uns anonym zugeschickten - Klarstellung von Leuten („Antifaschistische Arbeiterinnen und Arbeiter“), die bei dem Konzert ebenfalls anwesend waren. Die Fußnoten sind nicht im Originaltext enthalten, sondern vom AIB.

Gastbeitrag „Antifaschistische Arbeiterinnen und Arbeiter“

"Am Freitag den 8. Oktober gab es im Zusammenhang mit dem Konzert im Quartier -  wo folgende Musikgruppen spielten:  „The What... For!“ und „the Voice“ (Berlin) und „Angelic Upstarts“ (England) - Auseinandersetzungen zwischen AntifaschistInnen und Neonazis. In der Kreuzberger Gerüchteküche und in der bürgerlichen Presse wird die Auseinandersetzung auf eine Schlägerei zwischen „Autonomen“ und „Skinheads“ reduziert.

  • 1. Vgl. Antifaschistisches Infoblatt Nr. 4
Franz Schönhuber und Klaus Weinschenk (rechts) bei der ersten REP Versammlung Mitte Juli 1987 in Westberlin.
Braunzone | AIB 4 / 4.1988 | 31.12.1988

Westberlin: Die „Eroberung der Reichshauptstadt“ durch die REPs?

Mit der Parole von der „Eroberung der Reichshauptstadt Berlin durch die Republikaner“ (REPs) kündigte Franz Schönhuber am 14. Juli 1987 vor dem Reichtagsgebäude die Gründung eines Westberliner Landesverbandes an. Vielmehr konnte er nicht verkünden. Einige hundert entschlossene AntifaschistInnen setzen der ersten REP-Kundgebung in Westberlin ein vorzeitiges Ende. Die Republikaner und ihre Sympathisanten mußten den Platz der Republik unter massivem Polizeischutz verlassen.

Mit der Parole von der „Eroberung der Reichshauptstadt Berlin durch die Republikaner“ (REPs) kündigte Franz Schönhuber am 14. Juli 1987 vor dem Reichtagsgebäude die Gründung eines Westberliner Landesverbandes an.

Der "Front National"-Vorsitzende Jean Marie Le Pen (Foto: wikimedia.org; Kenji-Baptiste OIKAWA; CC BY 3.0; GFDL Version 1.2)
International | AIB 4 / 4.1988 | 26.12.1988

Le Pens „Front National“ von Innen

Die französische Journalistin Anne Tristan hat ein halbes Jahr verdeckt als Mitglied der „Front National“ (FN) gearbeitet. Fünf Monate lang arbeitete sie als Sekretärin des FN-Verbandes im Norden von Marseille. Mit einem Stimmenanteil von circa 30 Prozent ist Marseille eine der Hochburgen von Jean-Marie Le Pen. Über ihre Erfahrungen unter Neonazis und AnhängerInnen Le Pens hat sie ein Buch veröffentlicht: „Von Innen“ („Au Front“). Das Interview stellte uns die englische antifaschistische Zeitung „Searchlight“ zur Verfügung. Aufgenommen wurde es kurz vor den französischen Präsidentschaftswahlen im April 1988.

Ein Interview mit Anne Tristan. Die französische Journalistin hat ein halbes Jahr verdeckt als Mitglied der „Front National“ (FN) gearbeitet.

(Foto: Kenji-Baptiste OIKAWA; CC BY 3.0)
 

(Bild: Faksimile aus "die tageszeitung" vom 9. Mai 1988)
NS-Szene | AIB 4 / 4.1988 | 26.12.1988

Westberlin Chronologie 1988

Hier wollen wir in chronologischer Form über Neonaziaktivitäten und antifaschistische (Gegen)Aktionen berichten. Um einen möglichst vollständigen Überblick geben zu können, bitten wir euch um Unterstützung. Wenn ihr z. B. Neonaziüberfälle beobachtet habt oder in euren Bezirken, an Schulen und in euren Betrieben verstärkt neonazistisches Propagandamaterial und Schmierereien auftauchen, schreibt uns eine kurze Notiz (wer/was/wann/wo) an unsere Kontaktadresse oder wendet euch an das antifaschistische Nottelefon.

Hier wollen wir in chronologischer Form über Neonaziaktivitäten und antifaschistische (Gegen)Aktionen berichten.

(Bild: Faksimile taz)
 

Rezensionen | AIB 4 / 4.1988 | 26.12.1988

Makler des Todes - Waffenhändler packen aus

Jürgen Roth

Auf 256 Seiten beschreibt Jürgen Roth die internationalen Verbindungen von Waffenhändlern und Regierungen. Die dort aufgeworfenen Fragen sind brisant: Wie und warum wurden durch das Bundeskriminalamt oder dem Militärischen Abschirmdienst (BKA & MAD) Aufträge an internationale Waffenhändler „ausgelagert“ und wie gestaltet sich eine Zusammenarbeit des Bundeskriminalamtes mit privaten „Anti-Terrorismus-Organisationen“?

(Bild: flickr.com,Aero Icarus; CC BY-SA 2.0)
Repression | AIB 4 / 4.1988 | 26.12.1988

Pan Am und Lufthansa - Zu Abschiebungen gezwungen ?

Die Beschäftigten der amerikanischen Fluggesellschaft „Pan American World Airways“ (Pan Am) in Westberlin wollen nicht mehr länger an Abschiebungen beteiligt sein. Wir berichteten, daß durch das Eingreifen von Pan Am-Angestellten, die einen Arzt herbeiriefen, die Abschiebung eines kurdischen Asylbewerbers verhindert wurde. Dem Pan Am-Betriebsratsvorsitzen und einem weiterem Beschäftigten wurden daraufhin für drei Monate die Sicherheitsausweise entzogen. Ausgelöst durch diese Ereignisse reichten die Pan Am-Angestellten Klage ein. In Frankfurt/M klagen Beschäftigte der Lufthansa ebenfalls um ihre Rechte. Die Klagen werden von der ÖTV – der Gewerkschaft öffentliche Dienste, Transport und Verkehr - unterstützt.

Die Beschäftigten der amerikanischen Fluggesellschaft „Pan American World Airways“ (Pan Am) in Westberlin wollen nicht mehr länger an Abschiebungen beteiligt sein.

(Bild: flickr.com,Aero Icarus; CC BY-SA 2.0)

(flickr.com; kellerabteil; CC BY-NC 2.0)
Rassismus | AIB 5 / 5.1988 | 26.12.1988

Von der „Ausländerzentralkartei“ zum „Ausländerzentralregister“

Das „Ausländerzentralregister“ ist die nahtlose Fortsetzung der „Ausländerzentralkartei“, die unter den Nationalsozialisten gegründet wurde. Insbesondere der Gestapo war ab 1939 die Führung einer Ausländerzentralkartei übertragen worden war, um Unterlagen über die in Deutschland lebenden Volksgruppen zu gewinnen.

Das „Ausländerzentralregister“ ist die nahtlose Fortsetzung der „Ausländerzentralkartei“, die unter den Nationalsozialisten gegründet wurde. Insbesondere der Gestapo war ab 1939 die Führung einer Ausländerzentralkartei übertragen worden war, um Unterlagen über die in Deutschland lebenden Volksgruppen zu gewinnen.

(flickr.com; kellerabteil; CC BY-NC 2.0)
 

Franz Schönhuber in einem REP-Fernseh-Werbe-Spot. (Bild: Screenshot YouTube)
Braunzone | AIB 4 / 4.1988 | 25.12.1988

Die Republikaner – Rechts, rechtsradikal oder Zeitgeist ?

Die aktuellen Entwicklung von der ultra-rechten Partei "Die Republikaner" (REP).

(Bild: Screenshot YouTube)

(Bild: Faksimile aus dem Buch "Der Multimillionär Frey und die DVU")
NS-Szene | AIB 4 / 4.1988 | 23.12.1988

"DVU - Liste D" auch in Hamburg

Im Juni 1988 hat die „DVU-Liste D“ einen Hamburger Landesverband gegründet. Hinter der neuen Rechts-Partei stecken die NPD und der Münchner Verleger Gerhard Frey.

Im Juni 1988 hat die „DVU-Liste D“ einen Hamburger Landesverband gegründet. Hinter der neuen Rechts-Partei stecken die NPD und der Münchner Verleger Gerhard Frey.

(Bild: Faksimile)
 

Seiten

Subscribe to Newsfeed der Startseite