Antifa | AIB 6 / 1.1989 | 18.04.1989

Westberlin: Proteste gegen REPs im ICC

Die Wahlkampfveranstaltung der „Republikaner“ (REPs) im "Internationalen Congress Centrum" (ICC) fand mit etwa 700 Rechten statt.1 Während vor dem ICC die Spitze der antifaschistischen Demonstration gegen die "Republikaner" (REP) ankam, betraten auch einige AntifaschistInnen die ICC Hallen.

Westberliner Antifas

Bericht von den antifaschistischen Protesten gegen die REPs am 18. Januar 1989 im ICC.

  • 1. Die Veranstaltung mit Franz Schönhuber war von der Berliner REP-Führung um Bernhard Andres und Alexandra Kliche organisiert worden.
Repression | AIB 6 / 1.1989 | 18.04.1989

Westberlin: Polizei-Einsatz gegen Anti-REP-Proteste

Die Wahlkampfveranstaltung der Berliner „Die Republikaner“ (REPs) am 18. Januar 1989 im "Internationalen Congress Centrum" mit REP-Chef Franz Schönhuber als Hauptredner zog etwa 700 Personen an. Über 8.000 Menschen kamen zu der Demonstration gegen die Veranstaltung der REPs. Für viele war die rassistische Hetze der REPs ein Alarmsignal: Alte Nazis, Rechte, Rassisten und und neue Nazis wollen sich in Westberlin breitmachen. Die zahlreichen Gruppen und Organisationen, die zu der Demonstration aufgerufen hatten, konnten mit der Mobilisierung zufrieden sein. Die Stimmung war gut. Nur Fahnen und Transparente ermöglichten einen Überblick über die Menschen die gekommen waren: Autonome, AusländerInnen, StudentInnen und eine große Zahl von SchülerInnen, MitgliederInnen aus verschiedenen Einzelgewerkschaften, der SEW, der AL, der SPD und viele andere organisierte und unorganisierte AntifaschistInnen.

Bericht von den antifaschistischen Protesten gegen die REPs am 18. Januar 1989 am ICC.

Der REP-Landesvorsitzender Bernhard Andres tritt in dem REP-Fensehspot auf.
Braunzone | AIB 6 / 1.1989 | 18.04.1989

Berlin: Wahlwerbefilm der Republikaner in der Analyse

Wir wollen hier mit einer kurzen Analyse des Berliner REP-Wahlkampfspots aufzeigen, wie die REP-Propaganda wirkt.

Wir wollen hier mit einer kurzen Analyse des Berliner REP-Wahlkampfspots aufzeigen, wie die REP-Propaganda wirkt.
 

Joe Pearce brachte als jugendlicher NF-Aktivist das Heft "Bulldog" heraus. (Foto: Peter Mottola; via Wikimedia Commons)
International | AIB 6 / 1.1989 | 18.04.1989

England: Leeds United against Racism and Fascism

Seit Jahren ist das Leeds United1 Stadion bekannt als eine Hochburg von Neonazis. In der Nordenglischen Stadt ist es AntifaschistInnen gelungen, den Einfluß der neonazistischen Organisationen "National Front" (NF) und der "British National Party" (BNP) im Fußballstadion massiv zu bekämpfen. Ende Oktober 1988 waren circa 20 Tausend Fußballanhänger im Stadion zu sehen, die die Anstecker "Leeds United against Rascism and Fascism" trugen. Das ist das Ergebnis einer zweijährigen Kampagne der Leeds-Anti-Fascist-Action und des örtlichen Gewerkschaftsverbandes TUC (Trades Union Congress). Die Antifaschistische Kampagne gegen die rassistisch und neonazistisch motivierte Gewalt in den Stadien läuft auch in mehreren anderen Städten in Nordengland.

In der Nordenglischen Stadt ist es AntifaschistInnen gelungen, den Einfluß der neonazistischen Organisationen "National Front" (NF) und der "British National Party" (BNP) im Fußballstadion massiv zu bekämpfen.

(Foto: Peter Mottola; Wikimedia)

  • 1. Anmerkung AIB: Leeds United (offiziell: Leeds United Association Football Club) – auch bekannt als The Whites (Die Weißen), The Peacocks (Die Pfauen) oder einfach nur United – ist ein professioneller Fußballverein aus der nordenglischen Stadt Leeds, die in der Grafschaft West Yorkshire liegt.
(Bild: Screenshot YouTube; Tagesschau)
Rassismus | AIB 6 / 1.1989 | 16.04.1989

Aussiedler - Opfer des Rassismus

Eine Aufgabe von nationalem Rang, die alle in gleicher Weise ideell und materiell verpflichtet, machte Kanzler Helmut Kohl (CDU) aus. Minister Hans-Dietrich Genscher (FDP) kennt nur noch Deutsche. In der Bild am Sonntag ruft er Gewerkschaften und Arbeitgeber, Kirchen, Jugendorganisationen, Parteien und Vereine zu einer großen nationalen Anstrengung auf. Man wird es schon erraten haben, es geht um die Aussiedler. Was sind die Hintergründe dieser Einwanderung in die BRD? Welche Interessen verfolgen Staat und Unternehmer mit der Aufnahme der Aussiedler? Lassen wir zunächst einmal das nationalistische Propagandagerassel beiseite und werfen einen nüchternen Blick auf die Tatsachen.

Gastbeitrag: „Darmstädter Initiative gegen Rassismus“

Trotz einer Kampagne der Bundesregierung ist die Aufnahme der Aussiedler in der BRD alles andere als herzlich. Die Aussiedler werden so ein Opfer der rassistischen Propaganda von Staat und Parteien, die jahrelang der Bevölkerung einzuhämmern versuchte, es lebten zu viele Fremde in der BRD.

(Bild: Screenshot YouTube/Tagesschau)

 

Berliner Republikaner hatten auch Kontakte zur Neonazi-Szene. Bild vom Neonazi-Aufmarsch 1991 in Halbe. (Foto: Christian Ditsch)
Gesellschaft | AIB 6 / 1.1989 | 15.04.1989

Westberlin Chronologie 1988/1989

Wir berichten hier in chronologischer Form über die Neonaziaktivitäten, rechte Veranstaltungen und antifaschistische Gegenaktionen. Dazu zählen wir auch die Dinge auf, die in diesem Zusammenhang zu sehen sind. Wenn ihr zum Beispiel Neonazi- oder Skinheadüberfälle beobachtet habt oder in euren Bezirken, an Schulen und in euren Betrieben verstärkt neonazistisches Propagandamaterial und Schmierereien auftauchen oder ihr von antifaschistischen Aktionen zu berichten wißt, dann schreibt uns eine kurze Notiz (wer/was/wann oder wo) an unsere Kontaktadresse oder wendet euch an das Antifa-Infotelefon (69215 99), das jeden Samstag von 16 bis 20 Uhr angerufen werden kann.

In dieser Chronologie sind die Wahlkampfaktivitäten der "Republikaner" (REPs), von denen wir wissen, eingeflossen - die Aktionen gegen ihre rassistische Propaganda natürlich auch. Die ständigen REP-Werbespots, wie sie zum Beispiel über den Radiosender "Hundert.6" gingen sind nicht vermerkt. Die samstäglichen Wahlkampfstände konnten wir auch nicht alle aufzählen, genauso wenig wie ihre Propagandavorlesungen über CB-Funk.

Antifa-Infotelefon Westberlin

Das "Antifa-Infotelefon" Westberlin berichtet in chronologischer Form über die Neonaziaktivitäten, rechte Veranstaltungen und antifaschistische Gegenaktionen in Westberlin in den vergangenen Monaten.

Die Westberliner Neonazi-Aktivisten Mario D., Oliver Schweigert, Lutz Schillok, Thomas Givens, Reinhard Golibersuch (v.l.n.r.)
NS-Szene | AIB 6 / 1.1989 | 13.04.1989

Die „Freiheitspartei“ in Westberlin: Neonazi-Tarnorganisation

Unbeachtet von der jetzt auf einmal so empörten bürgerlichen Öffentlichkeit über den Wahlerfolg der „Die Republikaner“ (REPs) haben sich militante Neonazis in Westberlin mit der „Freiheitspartei“ (FP) eine legale Organisation geschaffen. Schon lange hat die Westberliner „Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei“ (FAP) an einer legalen Organisationsform gearbeitet, um das Alliierte Verbot des öffentlichen Auftretens zu umgehen. Die „Freiheitspartei“ wurde als Wählergemeinschaft im Berliner Bezirk Wedding vom Landeswahlausschuß zugelassen und konnte bei den Wahlen 208 Stimmen erreichen.

Die Westberliner FAP

Neonazistische Skinheads beginnen sich auch in Schweden zu organisieren.
International | AIB 6 / 1.1989 | 11.04.1989

Schweden: Überfallversuch auf Searchlight Journalist

Vor einigen Wochen konnte ein antifaschistischer Journalist aus Britannien knapp einem Angriff in einem Treffpunkt von schwedischen Neonazi-Skinheads in Stockhol entkommen.

Vor einigen Wochen konnte ein antifaschistischer Journalist aus Britannien knapp einem Angriff in einem Treffpunkt von schwedischen Neonazi-Skinheads in Stockhol entkommen.

NS-Propagandakarte zu "Volksdeutschen" im Wartheland. (Bild: Bundesarchiv, R 49 Bild-0705 / Unbekannt / CC-BY-SA 3.0)
Diskussion | AIB 6 / 1.1989 | 10.04.1989

Neue Politik: Flüchtlinge Raus - Aussiedler Rein ?

Staatliche und industrielle Kreise verfolgen politische und ökonomische Interessen bei der massiven finanziellen Förderung zum Zuzug der sogenannten „Deutschstämmigen“ aus den „ehemaligen deutschen Ostgebieten“. Die Linke verhält sich zu diesem Thema wenig bis garnicht. Flüchtlinge aus der sogenannten „Dritten Welt“ werden unter dem Motto „die BRD ist kein Einwanderungsland“ abgeschoben, AussiedlerInnen dagegen sind höchst Willkommen. Nicht nur Konservative und Neonazis erwarten dadurch einen Anstieg der nationalistischen Deutschtümelei. Mit Sprüchen wie „Nationale Aufgabe“ setzt sich die Bundesregierung an die Spitze dieser deutschen Tradition.

Flüchtlinge aus der sogenannten „Dritten Welt“ werden unter dem Motto „die BRD ist kein Einwanderungsland“ abgeschoben, AussiedlerInnen dagegen sind höchst Willkommen. Die Linke verhält sich zu diesem Thema wenig bis garnicht.

(Bild: Bundesarchiv, R 49 Bild-0705 / CC-BY-SA 3.0)
 

Der Präsident des Deutschen Bundestages, Dr. Philipp Jenninger, empfängt 1986 den rechts-nationalistischen Schriftsteller und das frühere "Freikorps"-Mitglied" Ernst Jünger in seiner Dienstvilla in Bad Godesberg. (Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F073370-0003 / Wegmann, Ludwig / CC-BY-SA 3.0)
Gesellschaft | AIB 6 / 1.1989 | 07.04.1989

50. Jahre Gedenken der Novemberpogrome 1938

Mit dem Schwerpunktthema über den Degesch-Konzern1 im Antifaschistischen Infoblatt (AIB) Nr. 5 wollten wir neben der Hintergrundinformation auch einen Beitrag zum politischen Inhalt zukünftiger antifaschistischer Aktionen leisten. In diesem Zusammenhang geben wir deshalb einen kurzen Rückblick auf die antifaschistische Demonstration und die Veranstaltung in Westberlin zum 50. Jahrestag der Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland 1938. Im Anschluß daran noch ein paar Worte zu den offiziellen Gedenkfeiern.

Rückblick auf den 9. November 1988.

(Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F073370-0003 / Wegmann, Ludwig / CC-BY-SA 3.0)

 

  • 1. Die Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung m.b.H. (Degesch) war ein Chemieunternehmen, das sich mit dem Vertrieb von Schädlingsbekämpfungsmitteln befasste. Sie war die Inhaberin des Patents zur Herstellung von Zyklon B, das im NS für Massentötungen in mehreren Vernichtungslagern eingesetzt wurde.

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