Sebastian Thom trägt bei einer Demo 2012 in Frankfurt/ Oder ein NW-Berlin-Transparent. (Foto: Christian Ditsch)
NS-Szene | AIB 132 / 3.2021 | 16.11.2021

Anklage gegen Neuköllner Neonazis

Im Berliner Neukölln-Komplex - einer Serie von rechten Brandanschlägen und Sachbeschädigungen gegen politische Gegner_innen - wurde Anfang September 2021 Anklage gegen die beiden beschuldigten Neonazis Sebastian Thom und Tilo Paulenz erhoben. Paulenz sitzt seit Anfang November 2021 als Tatverdächtiger für einen Angriff auf einen Taxifahrer in U-Haft.

Im Berliner Neukölln-Komplex - einer Serie von rechten Brandanschlägen und Sachbeschädigungen gegen politische Gegner_innen - wurde Anfang September 2021 Anklage gegen die beiden beschuldigten Neonazis Sebastian Thom und Tilo Paulenz erhoben. Paulenz sitzt seit Anfang November 2021 als Tatverdächtiger für einen Angriff auf einen Taxifahrer in U-Haft.

Die Flagellanten (Carl von Marr 1889). Die Flagellanten oder Geißler waren eine christliche Laienbewegung im 13. und 14. Jahrhundert. (Bild: Gemeinfrei; Museum of Wisconsin Art, West Bend WI.)
Geschichte | AIB 131 / 2.2021 | 14.11.2021

Verschwörungsmythen, Kollektivängste und „Querdenken“

Gesellschaftliche Verunsicherungen, wie z.B. Pandemien, erzeugen Verschwörungsbewegungen mit oft erstaunlich starkem Zulauf und Reichweite. Alle diese Bewegungen resultierten aus einer Kollektivangst, die sich in irrationalem Verhalten entlud. Die Gültigkeit dieser Formel konnte ab 2020 weltweit bestaunt werden. Historisch betrachtet reihte sich die "Querdenker"-Bewegung nur in eine lange Linie von Verschwörungsbewegungen ein, die kometenhaft entstanden, und wenig später wieder ins Nichts zerfielen.

Gesellschaftliche Verunsicherungen, wie z.B. Pandemien, erzeugen Verschwörungsbewegungen mit oft erstaunlich starkem Zulauf und Reichweite. Alle diese Bewegungen resultierten aus einer Kollektivangst, die sich in irrationalem Verhalten entlud. Historisch betrachtet reihte sich die "Querdenker"-Bewegung nur in eine lange Linie von Verschwörungsbewegungen ein.

(Bild: Gemeinfrei; Museum of Wisconsin Art)

Tony Ebel (mittig) und Werner Somogyi (1.v.r.) demonstrieren am 03.10.2019 in Berlin. (Foto: Recherchenetzwerk Berlin)
NS-Szene | AIB 131 / 2.2021 | 12.11.2021

Die „Gruppe S.“ und die verschonten Neonazis

Die Geschichte der „Gruppe S.“ liest sich wie eine Netflix-Serie und ist doch bittere Realität: Ein Informant meldet sich beim Verfassungsschutz, will rechtsterroristische Bestrebungen melden und wird ignoriert. Wenige Wochen später versucht er es erneut – diesmal beim LKA – und wird dort ernst genommen. Er berichtet von den Plänen einer größeren Gruppe Neonazis: es geht um Waffen, Schießübungen, Geld, konkrete Anschlagsziele auf Politiker:innen, Moscheen, Antifaschist:innen. Die Gruppe koordiniert sich über verschiedene Chats. Die Polizei entschließt sich, ihn als Informanten in der Gruppe spitzeln zu lassen.

Exif Recherche

Drei norddeutsche Neonazis waren eng an die angeklagten Rechtsterroristen der "Gruppe S" angebunden. Ein Prozess bleibt ihnen aber erspart. Die Verbindungen der "Gruppe S" zur „Merkel muss weg“-Veranstaltungsreihe in Hamburg werden vom Verfassungsschutz verschwiegen.

Der Neonazi Gottfried Küssel (Bildmitte). Rechts daneben der Ex-Vapo-Mann Lucas T. beim „Corona-Protest“. (Foto: Presse Service Wien)
NS-Szene | AIB 131 / 2.2021 | 10.11.2021

Gottfried Küssel - Eine (österreichische) Neonazi-Karriere

Am 13. Februar diesen Jahres nutzte er seine Chance: Gottfried Küssel führte eine sogenannte Corona-Demonstration in Wien an, nachdem zuvor Polizeisperren von hunderten Demonstrierenden durchbrochen worden waren. Küssel war in seinem Element, er verhandelte mit der Polizei über die Route und gab auch bei Parolen den Takt an. Das Ganze war eine Premiere, denn bisher hatte Österreichs bekanntester Neonazi noch nie einen Aufmarsch in Wien angeführt.

Renato Laut

Anfang diesen Jahres nutzte er seine Chance: Gottfried Küssel führte eine sogenannte Corona-Demonstration in Wien an, nachdem zuvor Polizeisperren von hunderten Demonstrierenden durchbrochen worden waren. Küssel war jahrelang an dem Aufbau (militanter) Neonazi-Gruppierungen in Österreich und Deutschland beteiligt.

Rassismus | AIB 131 / 2.2021 | 09.11.2021

Griechenland: "Moria 6" - Im Zweifel gegen die Angeklagten

Nach der Zerstörung des berüchtigten Lagers Moria durch mehrere Brände im September 2020 wurden am 12. Juni 2021 vier jugendliche Geflüchtete auf Chios wegen “Brandstiftung mit Gefährdung von Menschenleben” zu zehn Jahren Gefängnishaft verurteilt. Zwei der insgesamt sechs Angeklagten waren bereits im März vor dem Jugendgericht in Lesbos zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

Gastbeitrag der "Solidaritätskampagne #FreeTheMoria6"

Nach der Zerstörung des berüchtigten Lagers Moria durch mehrere Brände im September 2020 wurden am 12. Juni 2021 vier jugendliche Geflüchtete auf Chios wegen “Brandstiftung mit Gefährdung von Menschenleben” zu zehn Jahren Gefängnishaft verurteilt. Zwei der insgesamt sechs Angeklagten waren bereits im März vor dem Jugendgericht in Lesbos zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

Die misogyne Community stellt sich in ihren Internetmemes als "Pepe the Frog" dar. (Screenshot von Tumblr) Der Schöpfer des Comic-Frosches geht gegen die Vereinnahmung der Figur durch die extremen Rechte gerichtlich vor.
Gesellschaft | AIB 131 / 2.2021 | 04.11.2021

Misogynie: Die Diskriminierung von FLINTA in den sozialen Medien

Der Neonazi Sven Liebich steht vor der JVA Chemnitz. Über ein Megafon brüllt er Hassnachrichten gegen die dort inhaftierte Antifaschistin Lina E, sie möge „im Knast verrecken“ oder ihr sollten „Würste, Zucchini und Gurken“ für den „Rest ihres Lebens nur noch in Scheiben“ gereicht werden. Dabei kommt er sich vermutlich wie ein richtig großer, starker Junge vor. Er teilt das Video auf seinen Telegram-Kanälen, der größte davon hat über 10.000 AbonenntInnen. Die Kommentare unter dem Video strotzen vor mindestens genau so viel Frauenverachtung wie das Video, das selbstverständlich nicht ohne einen grobschlächtigen Sexwitz auskommen konnte - Zucchini und Gurken als phallisches Gemüse, vastehste?

Veronika Kracher

Wenn FLINTA attackiert werden, dann werden sie in der Regel mittels ihrer Diskriminierung im Geschlechterverhältnis attackiert. Dies impliziert misogyne und queerfeindliche Abwertung, Sexualisierung und sexuelle Gewalt. Jede Frau oder queere Person mit einer gewissen Reichweite, die sich wagt öffentlich zu äußern, muss mit einer ganzen Reihe sexistischer oder antifeministischer Kommentare rechnen.

(Bild: Screenshot von Tumblr)

Der frühere VS-Chef Hans-Georg Maaßen war ein Gesicht der WerteUnion. (Bild: Screenshot youtube/WerteUnion)
Braunzone | AIB 131 / 2.2021 | 01.11.2021

WerteUnion: Vizechef war Neonazi

Der neue Vizevorsitzende der „WerteUnion“ Klaus Dageförde war in den 1980ern in der Neonazi-Szene aktiv. Das geht aus einer - vom Apabiz (Berlin) archivierten - Anklageschrift der Stuttgarter Staatsanwaltschaft aus dem Jahr 1990 hervor und war zuvor auch im „Antifaschitischen Infoblatt“ (AIB) zu lesen.

Der neue Vizevorsitzende der „WerteUnion“ Klaus Dageförde war in den 1980ern in der Neonazi-Szene aktiv. Das geht aus einer - vom Apabiz (Berlin) archivierten - Anklageschrift der Stuttgarter Staatsanwaltschaft aus dem Jahr 1990 hervor und war zuvor auch im „Antifaschitischen Infoblatt“ (AIB) zu lesen.

(Bild: Screenshot youtube/WerteUnion)

Der (frühere) BKA-Beamte Stefan Andreas Wischniowski (mit Hut) am 12. September 2020 bei einem Aufmarsch der „Identitären“ in Wien. (Foto: Presseservice Wien)
NS-Szene | AIB 131 / 2.2021 | 29.10.2021

Berlin: BKA-Beamter in „Neukölln-Komplex“ verwickelt?

Ein BKA-Beamter war möglicherweise in den Berliner "Neukölln-Komplex" verwickelt: Stefan Andreas Wischniowski. Er war beim „Kriminalistischen Institut“ im Bundeskriminalamt (BKA) im Arbeitsbereich IT-Forensik tätig. Mit dem Neonazi Tilo Paulenz und drei weiteren Personen bildete er 2017 den Vorstand der Neuköllner AfD.1

Neukölln Watch

Ein BKA-Beamter war möglicherweise in den Berliner "Neukölln-Komplex" verwickelt: Stefan Andreas Wischniowski. Er war beim „Kriminalistischen Institut“ im Bundeskriminalamt (BKA) tätig. Mit dem Neonazi Tilo Paulenz war er 2017 im Vorstand der Neuköllner AfD.

  • 1. Der Artikel basiert auf dem Text "Weiterer Polizist in Neukölln-Komplex verwickelt" von "Neukölln Watch" (nkwatch.info) vom 6. Mai 2021.
Mario Rönsch auf einer sog. Montagswahnmache mit Jürgen Elsässer am 26.05.2014 in Erfurt. (Bild: Screenshot YouTube)
Braunzone | AIB 131 / 2.2021 | 28.10.2021

Der „Migrantenschreck“-Komplex und die "Compact"-Connection

60 Joule Mündungsenergie strecken jeden Asylforderer nieder“ - Mit diesem und anderen rassistischen Slogans werden auf dem Höhepunkt der sogenannten „Flüchtlingskrise“ 2016 mindestens 198 Waffenverkäufe an Privatpersonen über den Online-Waffenhandel „Migrantenschreck“ abgewickelt. Die Käufer dieser Waffen mit den wenig doppeldeutigen Namen „Migrantenschreck MS 60 Professional“ oder „Antifaschreck AS 125“ heißen Harald, Jürgen oder Heinz und geben im Schnitt 400 Euro für Revolver mit Hartgummigeschossen und Schreckschusswaffen aus.11

Robert Fietzke

Mit rassistischen Slogans werden auf dem Höhepunkt der sogenannten „Flüchtlingskrise“ 2016 mindestens 198 Waffenverkäufe an Privatpersonen über den Online-Waffenhandel „Migrantenschreck“ abgewickelt.

(Foto: Screenshot YouTube)

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