NS-Szene | AIB 98 / 1.2013 | 31.05.2013

Urteile in Sachsen und Berlin

Am 26. Mai 2011 starb der wohnungslose André K. in Oschatz nahe Leipzig, nachdem ihn sechs junge Männer über mehrere Stunden brutal gequält und misshandelt hatten.

Anlässlich des 20. Jahrestag des Brandanschlages demonstrierten am 25. Mai 2013 mehr als 2000 Menschen in Solingen. | Foto: redpicture
Geschichte | AIB 98 / 1.2013 | 26.05.2013

Der Brandanschlag in Solingen

Ein Überblick anlässlich des 20. Jahrestages

»Ein Kind flog im Traum in das unendliche Blau. Ein Kind flog im Traum voller Hoffnung über grüne Wiesen. Ein Kind fiel auf seine Flügel. Es verbrannte, das Kind. Es brannte. Es war kein Traum. Nein, es war kein Traum. Was verbrannte, war unsere Hoffnung. Was verbrannte, waren unsere Kinder, unsere Frauen. Jetzt brennt es in uns.« 
 

LOTTA – antifaschistische Zeitung aus NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen

Ein Überblick anlässlich des 20. Jahrestages.

Rezensionen | AIB 98 / 1.2013 | 24.05.2013

Stadt der Vielfalt?

Arbeitsgruppe Vielfalt beim Bildungskollektiv Biko

Im Jahr 2009 wurde Erfurt von der Bundesregierung die Auszeichnung zur »Stadt der Vielfalt« verliehen. Dass dieser Titel vielmehr ein schmückendes Beiwerk der auf Tourismus schielenden thüringischen Landeshauptstadt, denn gesellschaftliche Realität darstellt, wird hier anschaulich verdeutlicht.

Rezensionen | AIB 98 / 1.2013 | 24.05.2013

Terror von rechts

Patrick Gensing

Anhand des Buchcovers könnte man meinen, dass »Terror von rechts« einfach nur eines der zahlreichen NSU-Bücher ist, die derzeit reihenweise in den Ladenregalen stehen. Doch das Porträtfoto von Rechtsterroristin Beate Zschäpe täuscht. Patrick Gensing gelingt auf knapp 230 Seiten das, was vielen NSU-Büchern fehlt: er beschreibt nicht zum zehnten Mal, wann Zschäpe welche Katze zum Tierarzt gebracht hat, sondern nimmt die brutale Mordserie des NSU zum Anlass, Rassismus und Neonazismus als gesamtgesellschaftliches Problem zu beleuchten.

Rezensionen | AIB 98 / 1.2013 | 24.05.2013

Schulverweis für Andi!

Arbeitskreis Extremismusbegriff

Seit 2005 werden vom Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen die sogenannten »Andi-Comics« aus der Reihe »CoDex – Comic für Demokratie und gegen Extremismus« herausgegeben. Im Mittelpunkt der drei unterschiedlichen Ausgaben stehen die Schwerpunkte »Rechtsextremismus«, »Islamismus« und »Linksextremismus«.

Rezensionen | AIB 98 / 1.2013 | 24.05.2013

Blut muss fließen

Thomas Kuban

»Blut muss fließen, knüppelhageldick, und wir scheißen auf die Freiheit dieser Judenrepublik«, gröhlt es aus den Kehlen der Neonazis. Szenen, die der Autor Thomas Kuban bei seiner knapp 15-jährigen Recherche in der neonazistischen Rechtsrockszene nur allzu oft erlebt hat. Rund 90 Undercover-Drehs mit versteckter Kamera, davon rund 50 Konzerte, liegen dieser zugrunde. Neben den ausführlichen Schilderungen seiner Konzertbesuche liefert Kuban auch einen umfassenden Einblick in die Vertriebsstrukturen von Labels, die extrem rechte Bands vertreiben.

Gesellschaft | AIB 98 / 1.2013 | 22.05.2013

Faschismus, eine »charismatische Herrschaft«?

Der zehnte Teil der Reihe »Faschismustheorien. Erklärungen des NS« widmet sich der Deutung des Nationalsozialismus als »charismatische Herrschaft«. Damit ist zwar keine eigene Faschismustheorie zu begründen, Charisma wird aber in den
gängigen Faschismusdefinitionen als ein Bestandteil – neben Rassismus, Militarismus etc. – aufgeführt.

Fabian Kunow

Der zehnte Teil der Reihe »Faschismustheorien. Erklärungen des NS« widmet sich der Deutung des Nationalsozialismus als »charismatische Herrschaft«. 

(Foto: flickr.com; Donatello Trisolino/CC BY-ND 2.0)
Rassismus | AIB 98 / 1.2013 | 19.05.2013

Verleugnende Verdrängung

Rassismus in der DDR und die Folgen bis heute

In meiner Veröffentlichung habe ich nahezu tausend rassistische (und antisemitische) Beispiele aufgeführt, die sich von Gräberschändungen jüdischer Friedhöfe, über die Ermordung des Mosambikaners Carlos Conceicao (18 Jahre) durch einen rassistischen Mob im September 1987 in Staßfurt (heute Sachsen-Anhalt) bis hin zur Ermordung eines Arbeiters (58 Jahre) im Juni 1990 in Erfurt erstrecken1. Der latente und manifeste Rassismus in der ostdeutschen Bevölkerung wurde während der Herrschaft der SED nahezu vollständig vor der Öffentlichkeit verheimlicht. Obligatorisch wurden rassistische Vorkommnisse in internen Schreiben der SED, der FDJ oder dem Ministerium der Staatssicherheit, als »Streng Geheim«, »Vertrauliche Verschlußsache« oder »Geheime Vertrauliche Verschlußsache« deklariert und liefern so einen beredten Eindruck von der Funktionsweise politischer Zensur und Manipulation. 

Harry Waibel

Rassismus in der DDR und die Folgen bis heute.

(Foto: flickr.com; Donatello Trisolino/CC BY-ND 2.0)

  • 1. Rassisten in Deutschland, Frankfurt/M. 2012. Im III. Kapitel (S. 71–153) und im Anhang in der »Chronologie rassistischer Ereignisse in der DDR« (S. 261–402) wird auf Beispiele näher eingegangen.
NS-Szene | AIB 98 / 1.2013 | 13.05.2013

»Die Rechte« in NRW

Sammelbecken ehemaliger »Freier Kameradschaften«

Ende August 2012 verbot das Ministerium für Inneres und Kommunales in Nordrhein-Westfalen (NRW) drei der aktivsten Neonazi-Kameradschaften: den »Nationalen Widerstand Dortmund« (NWDO) um Dennis Giemsch, die »Kameradschaft Hamm« (KSH) um Sascha Krolzig und die »Kameradschaft Aachener Land« (KAL) um René Laube. Auf Betreiben der Dortmunder und Hammer Neonazis wurde daraufhin eine Reorganisierung in der Pfingsten 2012 – also bereits vor den Verboten – gegründeten (Möchtegern-)Partei »Die Rechte« (DR) um Christian Worch in Angriff genommen. 

Ende August 2012 verbot das Ministerium für Inneres und Kommunales in Nordrhein-Westfalen (NRW) drei der aktivsten Neonazi-Kameradschaften: den »Nationalen Widerstand Dortmund« (NWDO) um Dennis Giemsch, die »Kameradschaft Hamm« (KSH) um Sascha Krolzig und die »Kameradschaft Aachener Land« (KAL) um René Laube.

Die Angeklagten v.l.n.r.: Felix Budin, Wilhelm Christian Anderle, Gottfried Küssel | Foto: Martin Juen
NS-Szene | AIB 98 / 1.2013 | 05.05.2013

Neonazis, Makerspaces, Nerds

Im Januar 2013 wurden die österreichischen Neonazis Gottfried Küssel, Felix Budin und Wilhelm Christian Anderle zu mehrjährigen Haftstrafen wegen neonazistischer »Wiederbetätigung« verurteilt.1 Sie waren angeklagt, die neonazistische Website alpen-donau.info (ADI) und ein daran angeschlossenes Forum (alinfodo.com) betrieben zu haben. Im Laufe des Prozesses fiel ein Name immer wieder: Robert Marquardt

Emil Meyer

Im Januar 2013 wurden die österreichischen Neonazis Gottfried Küssel, Felix Budin und Wilhelm Christian Anderle zu mehrjährigen Haftstrafen wegen neonazistischer »Wiederbetätigung« verurteilt.

(Foto: Martin Juen)

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