Unter anderem soll Marcel Schilf (mit FAP-Schild) nach Berichten eines früheren Neonazis Mitwisser eines Neonazi-Mordes sein.
International | AIB 99 / 2.2013 | 03.09.2013

Ein Neonazi-Attentat und die Ignoranz der Behörden

Am 16. März 1992 wurde der 29-jährige Henrik Christensen im Büro der Internationalen Sozialisten (IS) in der Søllerødgade in Kopenhagen durch eine Bombe getötet. Der Sprengsatz explodierte als Henrik Christensen einen Brief, der an IS adressiert war, öffnete. Die Polizei und der Verfassungsschutz vernachlässigten von Anfang an die Spurensuche in der extremen Rechten und konzentrierten sich stattdessen auf angebliche Konflikte innerhalb der politischen Linken oder privater Verhältnisse des Opfers. Antifaschist_innen waren sich sicher, dass Neonazis hinter dem Mord standen und forderten Aufklärung. Jetzt berichtete die Zeitung »Ekstrabladet«, dass ein früherer schwedischer Neonazi den verstorbenen Führer des damaligen Blood & Honour-Netzwerkes in Dänemark, Marcel Schilf, für das Bomben­attentat verantwortlich macht.

Am 16. März 1992 wurde der 29-jährige Henrik Christensen im Büro der Internationalen Sozialisten (IS) in der Søllerødgade in Kopenhagen durch eine Bombe getötet.

Thomas Gerlach (mitte) posiert im T-Shirt der Hammerskins Portugal. Er hatte u.a. mit Maik Scheffler (links) das »Freie Netz« aufgebaut. Rechts: Der aus Mannheim nach Hamburg verzogene Hammerskin-Aktivist Wolfgang B.
NS-Szene | AIB 99 / 2.2013 | 27.08.2013

Waffen für Portugal?

Deutsche Neonazis versuchen sich als Waffenschieber

Andreas Förster

Deutsche Neonazis versuchen sich als Waffenschieber

Seit April 2013 steht der Stadtjugendpfarrer und Leiter der JG-Stadtmitte Lothar König (rechts) in Dresden vor Gericht.
Repression | AIB 99 / 2.2013 | 20.08.2013

Absprachen, Lügen, Falschaussagen

Der Prozess gegen Lothar König, Stadt­jugendpfarrer und Leiter der JG-Stadtmitte in Jena läuft mittlerweile seit April 2013. Nach dem fünften Verhandlungstag ist kein Ende in Sicht. 

Soligruppe JG-Stadtmitte

Der Prozess gegen Lothar König, Stadt­jugendpfarrer und Leiter der JG-Stadtmitte in Jena läuft mittlerweile seit April 2013. Nach dem fünften Verhandlungstag ist kein Ende in Sicht. 

(Foto: flickr.com;Stadtkatze/CC BY-NC-SA 2.0)
Gesellschaft | AIB 99 / 2.2013 | 12.08.2013

Konjunkturen der Diskreditierung

Praxen des Extremismusansatzes

Ein Ausbau des Staates zum »Schutz der Demokratie« findet nicht erst seit der Selbstenttarnung des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) statt.

(Foto: flickr.com;Stadtkatze/CC BY-NC-SA 2.0)

Im Prozess um die Luxemburger »Bombenlegeraffäre« sorgten die Aussagen des Zeugen Andreas Kramer für Aufsehen. | Bild: Screenshot von youtube.com/3sat
Geschichte | AIB 99 / 2.2013 | 06.08.2013

Staatsterror und ein problematischer Zeuge

In Luxemburg stehen seit Februar 2013 zwei Polizisten vor Gericht, denen vorgeworfen wird, dass sie als Angehörige einer Sondereinheit in der 1980er Jahren Terroranschläge verübten, welche als so genannte »Bombenlegeraffäre« bekannt wurde. Der Deutsche Andreas Kramer, Sohn eines BND-Mitarbeiters, behauptet nun eidesstattlich im Prozess, sein Vater sei Operationsleiter von Gladio (siehe Kasten) gewesen und hätte Einsätze in der Bundesrepublik sowie den Benelux-Ländern geleitet. Neben der »Affär Bommeleeër« soll dieser auch für das Attentat auf das Oktoberfest 1980 in München verantwortlich gewesen sein.

Reiko Pinkert

In Luxemburg stehen zwei Polizisten vor Gericht, denen vorgeworfen wird, dass sie Terroranschläge verübten, welche als so genannte »Bombenlegeraffäre« bekannt wurde.

(Bild: Screenshot youtube.com/3sat)

Der Inhaber des russische Kampfsport-Ausrüster White Rex, Denis Nikitin (vorne). | Screenshot: http://white-rex.com
International | AIB 99 / 2.2013 | 31.07.2013

Kampfsport, Kohle, Kriegsverbrecher

Sport als neonazistischer Organisationsansatz

Auf Einladung von Casa Pound Italia trafen sich Ende Mai 2013 Neonazis – mehrheitlich aus Italien, Russland und Deutschland – zu einem Mixed Martial Arts (MMA) Wettkampf in Rom. Die Schirmherrschaft übernahm der russische Kampfsport-Ausrüster White Rex, für den der Sport nicht nur ein Geschäft, sondern auch ein politisch-kulturelles Projekt darstellt.

Björn Resener

Auf Einladung von Casa Pound Italia trafen sich im Mai 2013 Neonazis zu einem Mixed Martial Arts (MMA) Wettkampf in Rom. 

(Bild: Screenshot white-rex.com)

Foto: Andreas Markus
NS-Szene | AIB 99 / 2.2013 | 25.07.2013

Bandidos in Schleswig-Holstein: ein 88%-Club

Bereits im Antifaschistischen Info­blatt Nr. 851 berichteten wir, wie im Laufe des Jahres 2009 in Neumünster eine Ortsgruppe der Rockergruppe Bandidos von Neonazis aus dem Umfeld des ehemaligen NPD-Landesvorsitzenden Borchert gegründet, bzw. mehr oder weniger übernommen wurde. Neben Peter Borchert waren zunächst Neonazis aus dem Umfeld des Neumünsteraner Neonazi-Treffs »Club 88«2 aber auch aus seiner »Aktionsgruppe Kiel«3 und deren Umfeld dabei. Besonders hervorgetan hat sich hierbei von Anfang an der aus Ostholstein stammende und inzwischen in Neumünster leben­de Neonazi Alexander Hardt.4

Bereits im Antifaschistischen Info­blatt Nr. 85 berichteten wir, wie im Laufe des Jahres 2009 in Neumünster eine Ortsgruppe der Rockergruppe Bandidos von Neonazis aus dem Umfeld des ehemaligen NPD-Landesvorsitzenden Borchert gegründet, bzw. mehr oder weniger übernommen wurde.

Inschrift des Denkmals »Drei Hände« am Bahnhof von Boortmerbeek. | Foto: Marc Michiels
Geschichte | AIB 99 / 2.2013 | 18.07.2013

Der 20. Transport

Vor 70 Jahren überfielen Widerstandskämpfer in Belgien einen Deportationszug nach Auschwitz

Am 19. April 1943 stoppten drei junge Männer nachts auf offener Strecke einen Zug, in dem sich 1636 Jüdinnen und Juden in 40 Güterwaggons auf dem Weg vom belgischen Mechelen nach Auschwitz befanden. Es ist der einzige Deportationszug, der jemals von Widerstandskämpfern angegriffen wurde, um die eingesperrten Waggoninsassen zu befreien. 17 Menschen konnten sich infolge dieses Überfalls aus einem Waggon retten. Viele Waggoninsassen hatten jedoch bereits im Vorfeld geplant, aus dem Zug zu fliehen. So kam es, dass sich zusätzlich 215 Deportierte bis zum Erreichen der deutschen Grenze aus eigener Kraft aus dem Zug befreien konnten.

Tanja von Fransecky

Vor 70 Jahren überfielen Widerstandskämpfer in Belgien einen Deportationszug nach Auschwitz.

(Foto: Marc Michiels)

Braunzone | AIB 99 / 2.2013 | 10.07.2013

Alternative für Deutschland?

Sigurd Greinert hat die Nase voll. Nur einen Monat ist es her, dass er beim Hamburger Landesverband der Alternative für Deutschland (AfD) Platz fünf auf der Kandidatenliste für die Bundestagswahl erobert hat. 

Foto: flickr.com/Moyan Brenn /CC BY 2.0
NS-Szene | AIB 99 / 2.2013 | 29.06.2013

Bewaffnete Neonazis im Ausland

In dieser Ausgabe beschäftigen wir uns mit dem Thema »Bewaffnete  Neonazis im Ausland«. Die Spannweite hierbei ist erschreckend weit. Der Artikel »Die Achse Deutschland-Süd­afri­ka« zeichnet Verbindungen des NSU-Umfeldes nach Südafrika nach. Hierbei konnten wir u.a. Pläne für ein (Waffen-) Ausbildungscamp für deut­sche Neonazis aufdecken. Im Artikel »Dressed to kill« berichten wir über die wenig bekannten deutschen Neo­nazis als Söldner in Kriegsgebieten. Im Artikel »Waffen für Portugal?« geht es um den internationalen Waffen­handel deutscher Neonazis. Berichte über eine Beteiligung extrem rechter europäischer »Freiwilliger« oder Söldner gab es auch im jordanischen Bürgerkrieg 1970. In Südafrika kämpf­ten ver­einzelt deutsche Neonazis für das Apartheidsregime, besonders im Todesschwadron der »Afrikaaner Weerstands Beweging« (AWB).

Der Drang von Neonazis zu tödlichen Waffen, Kriegen und Söldner-Truppen hat vielfältige Motive. Zum einem werden klassisch rassistische Ideologien bedient. 

(Foto: flickr.com/Moyan Brenn /CC BY 2.0)

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