István Csurka verbreitete antisemitische Parolen. (Bild: Vadas Róbert; Vadaro; Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0; wikimedia.org)
International | AIB 44 / 3.1998 | 13.08.1998

Ungarn: Mit antisemitischen Parolen ins Parlament

Nach den Wahlen in Ungarn am 25. Mai 1998 sitzt erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg mit der MIÉP wieder eine ultra-rechte Partei im Parlament.

Die "Magyar Igazság és Élet Pártja" ("Ungarische Wahrheits- und Lebenspartei") von István Csurka erhielt 14 der 386 Sitze im Hohen Haus an der Donau. István Csurka gilt seit vielen Jahren als prominenter "antikommunistischer Dissident" in Ungarn und entstammt der hiesigen Literaten-Kreise. Csurka, der 1956 nach dem Ungarischen Volksaufstand einige Monate inhaftiert war, soll laut einigen Berichten jedoch auch als Spitzel der Geheimpolizei tätig gewesen sein.

Von Oktober 1989 bis August 1990 war er Chefredakteur der ultra-nationalistischen Wochenzeitung „Magyar Fórum“. Anfang 1991 wurde er zum Geschäftsführer des Unternehmens „Magyar Fórum“ berufen. 1991 wurde er zum Vize-Parteivorsitzenden des "Magyar Demokrata Fórum" gewählt und trat immer offener mit immer nationalistischeren Positionen auf bis er 1994 die MIÉP gründete. Die Bekanntheit des 64jährigen Csurka beruht seit dem vor allem auf seinen ultra-nationalistischen und antisemitischen Parolen. Der Parteichef negiert den Holocaust und spricht von einer »Weltverschwörung« gegen die Ungarn, »gelenkt aus New York und Tel Aviv«. Die Csurka-Partei hatte mit ihren Parolen im Wahlkampf vor allem die jüdische Bevölkerung sowie die Roma verunsichert und bedroht.