Diana Bacsfi von der Neonazigruppe Ungarische Zukunft/Magyar Jövö Csoport. (Screenshot von der homepage hir24.hu)
International | AIB 64 / 3.2004 | 12.09.2004

Ungarische Faschistin festgenommen

Diana Bacsfi, die 26jährige Anführerin der faschistischen Gruppe »Ungarische Zukunft« (»Magyar Jövö Csoport«), wurde nach starken Protesten wegen Verdachts der Volksverhetzung festgenommen.

Die Gruppe plant, am 15. Oktober 2004 in Budapest den 60. Jahrestag der Machtergreifung der ungarischen Nationalsozialisten mit einer Kundgebung vor dem früheren Hauptquartier der ungarischen Nazis zu feiern. Laut der Wochenzeitung »Pester Lloyd« stehen die ungarischen Behörden auf dem Standpunkt, dass man gegen die »ordentlich angemeldete Veranstaltung« keine rechtlichen Mittel in der Hand habe. AntifaschistInnen verweisen auf das Pariser Friedensedikt aus dem Jahre 1947, in dem sich Ungarn vertraglich verpflichtet hatte, jegliche Aktivitäten faschistischer Gruppen zu unterbinden und hoffen, so einen Gerichtsbeschluss erwirken und den Aufmarsch verhindern zu können.

Sollte der Versuch fehlschlagen, wollen antifaschistische Organisationen zu einer Gegendemonstration aufrufen. Am 15. Oktober 1944, auf den sich die Mitglieder der »Ungarischen Zukunft« beziehen, versuchte der ursprünglich mit Adolf Hitler verbündete Reichsverweser Miklós Horthy durch eine Radiorede einen Waffenstillstand mit der Sowjetunion zu erwirken. Darauf wurde er von den Deutschen in »Schutzhaft« genommen und gezwungen, der Machtübernahme der ungarischen Nazis zuzustimmen. In den folgenden Tagen wurden bei blutigen Pogromen über 600 JüdInnen ermordet.