NS-Szene | AIB 55 / 1.2002 | 12.04.2002

Prozess nach brutaler Misshandlung

In Berlin läuft derzeit ein Prozess gegen eine Gruppe von Neonazi-Skinheads, die eine geistig behinderte Frau gequält und vergewaltigt haben. Hans-Dieter O., Daniel B., David K., Mandy W. und Marcel K. drangen am 12. August 1999 in das Zimmer der damals 35jährigen Desdemona A. ein, um 300 D-Mark Schulden einzutreiben. Desdemona A. lebte in einem Heim für betreutes Wohnen in Berlin-Adlershof, da sie ihr Leben nicht allein bestreiten kann.

Die rechten Skinheads durchwühlten das Zimmer der Frau, schlugen, beschimpften und bespuckten sie. Da sie im Zimmer kein Geld fanden, begann die Gruppe ihr Opfer zu quälen. Mit einem Messer schnitt Hans-Dieter O. der Frau in die Brust. David K. nötigte Desdemona A. zum Oralverkehr, während diese von Marcel K. geschlagen wurde. Danach versuchte David K. sein Opfer zu vergewaltigen. Doch die Misshandlungen waren damit noch nicht zuende: O. verbrannte Desdemona A. den Bauch mit einer brennenden Spraydose und streute Salz in ihre Wunden.

Vor Gericht behaupteten die Beteiligten, sich von der rechten Szene getrennt zu haben. O. bot dem Gericht sogar an, sich sein »Hass«- und sein »Klansman«-Tattoo entfernen zu lassen. Seine Haare würde er nur noch kurz tragen, da ihm lange Haare einfach nicht stünden. Die Verfahren gegen Mandy W. und Daniel B. wegen unterlassener Hilfeleistung wurden vorläufig unter Auflagen eingestellt. Sie müsssen sich unter die Aufsicht eines Betreuungshelfers stellen und Geldbußen zahlen. Die Urteile gegen den Rest der Gruppe stehen noch aus.