Die Eninger Villa, kurz nach ihrer Fertigstellung. (Bild: gal-eningen.de)
NS-Szene | AIB 53 / 2.2001 | 31.08.2001

NPD verkauft Villa in Eningen

Die NPD hat ihre Villa in Eningen für 2,1 Millionen D-Mark an die Gemeinde verkauft. 1994 vererbten Frieda und Charlotte Krieg der Partei das herrschaftliche Haus und ein etwa 7.800m² großes Grundstück. Von Anfang an protestierte die »Initiative gegen ein Nazi-Zentrum in Eningen« gegen die rassistische Partei.

Die Hoffnungen, Bund und Land könnten die damaligen Wahlkampfschulden der NPD von 800.000- und 433.000,- D-Mark durch eine Pfändung der Villa eintreiben, erfüllten sich nicht. Lediglich eine Nutzung als Begegnungszentrum konnte die Gemeinde administrativ verhindern. Im Februar 2000 verlegte die NPD begleitet von erneuten Protesten ihre Landesgeschäftsstelle nach Eningen. Mehrfache Kaufangebote der Gemeinde wurden ignoriert. Zuletzt scheiterten Verhandlungen am Preis.

Das änderte sich schlagartig mit der Diskussion um das Verbot der Partei. Im Januar 2001, als die Bundesregierung ihren Verbotsantrag einreichte, lag der Gemeinde ein Verkaufsangebot vor. Am 15. Mai unterschrieben NPD-Vorsitzender Udo Voigt und Bürgermeister Jürgen Steinhilber den Kaufvertrag. Im Falle eines Verbotes, würde auch das gesamte Parteivermögen eingezogen. Mit Hilfe der Gemeinde Eningen konnte die NPD nun den im Falle des Verbots vemutlich größten Verlustposten versilbern. Den Erlös kann sie jetzt bis zum Ende des Verbotsverfahrens ausgeben oder ins Ausland schaffen.