Braunzone | AIB 54 / 3.2001 | 19.12.2001

Heß Sohn verstorben

Dem am 24.Oktober 2001 verstorbenen Sohn des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß war es nicht mehr möglich, sich offen mit der deutschen neonazistischen Szene zu solidarisieren. 800 Teilnehmer des diesjährigen Heß-Gedenkmarsches in Wunsiedel warteten vergebens auf die angekündigte Rede des Publizisten. Sein schlechter Gesundheitszustand ermöglichte es ihm nicht mehr, vor Ort zu erscheinen. Der Aufmarsch war von dem Neonazi-Anwalt Jürgen Rieger angemeldet und von den Gerichten erstmals seit 1992 wieder genehmigt worden. Jahrelang hatte Sohn Rüdiger zu Lebzeiten seines Vaters eine Kampagne für dessen Freilassung aus dem Spandauer Kriegsverbrechergefängnis geführt. Dabei hatte er immer wieder versucht, eine förmliche Distanz zur NS-Szene halten, um seine Unterstützer aus dem rechtskonserativen Spektrum nicht abzuschrecken.