Eric Kaden im Mai 2006 bei einer HDJ Zusammenkunft in Dresden. (Foto: recherche-ost.com)
NS-Szene | AIB 58 / 4.2002 | 14.12.2002

Eine typische Biografie

Seit einiger Zeit benennt der Freundeskreis Ulrich von Hutten1 Eric Kaden als Verantwortlichen für die Finanzabwicklungen. Der Dresdner steht exemplarisch für die Anbindung von Jungnazis an Altnazi-Kreise. Als bewährter Aktivist der Wiking-Jugend bekam er 1995 einen Jugendfreiplatz2 bei der 19. Gästewoche der Deutschen Kulturgemeinschaft. Später betrieb er mit dem letzten sächsischen WJ-Gauführer, Sebastian Räbiger3, ein Versandantiquariat.

Der Versand handelte nahezu ausschließlich mit NS-Literatur und NS-Devotionalien. Über die Adresse des Versandes war eine limitierte Broschüre zum Gedenken an den SS- Panzerkommandanten Kurt Eggers erhältlich. In einem ergänzenden Text feierte Kaden den Nazi-Literaten und schreibt, dass Eggers »stürmischen Gedanken (...) selbstlose Taten« folgen ließ.4 Für die 25. Gästewoche der DKG 2001 war Kaden dann selbst als Referent angekündigt. Von den Aktivitäten des Politikstudenten Kaden, der im Oktober 2002 als Referent bei der extrem rechten Burschenschaft Arminia-Zuerich aus Heidelberg angekündigt war5, ist in Dresden wenig zu spüren. Dort taucht der langjährige Kampfsportler hingegen als 2. Vorsitzender des Karate-Vereins Wadokai Dresden e.V. auf.

  • 1. Der Freundeskreis ist personell nahezu mit der DKG identisch.
  • 2. Jugendfreiplatz: ältere Teilnehmer der Treffen übernehmen die anfallenden Kosten für Jungnazis.
  • 3. Räbiger hatte 1995 ebenfalls einen Jugendfreiplatz bei der DKG-Gästewoche und war in den organisatorischen Ablauf involviert. Er beteiligte sich später an den internen Strategiedebatten der JN.
  • 4. Kurt-Eggers-Kreis/ Freundeskreis für Geschichte und Literatur (Hg.): Kurt Eggers. Ein Gedenken, Dresden 2000, S.31.
  • 5. Aktivist in deren  Vorläufer, der Europaburschenschaft Arminia-Zürich, war Gerd Zikeli.